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Jugendpreis Zivilcourage verliehen: Mädchen griffen in Bonn bei Schlägerei ein

Jugendpreis Zivilcourage verliehen : Mädchen griffen in Bonn bei Schlägerei ein

Der Jugendpreis Zivilcourage geht nach Auerberg. Ihn bekommen drei Mädchen, die mutig bei einer Schlägerei eingegriffen haben.

Drei junge Mädchen aus Auerberg sind am Mittwochabend mit dem Jugendpreis „Zivilcourage“ geehrt worden. Der selbstlose Einsatz der beiden 17-jährigen Marwa Ayari und Dounia Bellachi sowie der 14-jährigen Zainab Ayari bei einer Schlägerei zwischen Jugendlichen beeindruckte die Preisjury der Stiftung. Bereits zum vierten Mal verlieh Bürgermeister Ashrok Sridharan die von ihm und seiner Ehefrau 2016 ausgelobte Auszeichnung. Verleihungsort war das Auerberger Jugendzentrum, welches auch „Schauplatz der Heldentat“ war, wie sich der OB ausdrückte.

Dort kam es am frühen Abend des 28. Januar vor der Tür zu einer Schlägerei zwischen vier Jugendlichen und einem 18-jährigen Flüchtling. Letzterer  wurde zu Boden gerissen. Die Angreifer traten auf ihn ein. „Die haben ihm sogar gegen den Kopf getreten, man konnte dort nachher eine Wunde erkennen“, schilderte Marwa Ayari den Vorfall. Die Preisträgerinnen befanden sich im Jugendzentrum, als sie den zwölfjährigen Bruder des Flüchtlings schreien hörten und aus dem Zentrum stürmen sahen. Nachdem der Zwölfjährige ebenfalls zu Boden geworfen wurde, setzten zwei der Jugendlichen an, gleichermaßen auf ihn einzutreten.  Zainab, Marwa und Dounia konnten die beiden dazu bringen, von dem Jungen abzusehen und halfen diesem auf die Beine.

Nachdem die Polizei alarmiert worden war, verschwanden die Angreifer. „Wir haben den kleinen genommen und ihn da weggezerhrt, bevor er auch verletzt wird“, erklärte Dounia. „Anschließend haben wir versucht, ihn zu beruhigen. Werner kümmerte sich währenddessen um seinen Bruder“. Werner Hergarten, der Leiter des Jugendzentrums, war bei der Preisverleihung ebenfalls zugegen. „Ihr drei habt genau das umgesetzt, worum es uns damals bei diesem Preis ging“, sagte Petra Fendel-Sridharan. Das Preisgeld in Höhe von 600 Euro hatte das Ehepaar Sridharan gestiftet.