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Maifeiertag in Bonn: Demonstrationen am Tag der Arbeit

Gewerkschaften demonstrierten : Stadt Bonn zieht nach Demos am 1. Mai positive Bilanz

Anlässlich des Tags der Arbeit am 1. Mai waren am Wochenende viele Demonstranten auf den Straßen in Bonn unterwegs. Wegen der Corona-Pandemie wurden die Kundgebungen unter strengen Hygieneschutzauflagen abgehalten.

Unter dem Motto „Solidarität ist Zukunft“ fand am Samstagmittag die einstündige Maikundgebung der Bonner Gewerkschaften zum „Tag der Arbeit“ statt. „Wir wollen zeigen, dass Demokratie auch unter Pandemiebedingungen funktioniert. Dies ist uns auch deshalb wichtig, weil wir die Demonstrationsfreiheit und die öffentlichen Plätze nicht nur denen überlassen wollen, die diese dazu nutzen, krude Verschwörungstheorien und rechtes Gedankengut zu verbreiten“, begründete Bernd Weede, Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes Bonn/Rhein-Sieg, die Präsents Veranstaltung, an der rund 100 Demonstranten teilnahmen. „Wir brauchen einen starken Sozialstaat und einen Ausbau der sozialen Infrastruktur“, forderte Weede in seiner Rede.

Christophe Hassenforder wäre eigentlich am 1. Mai in Siegburg unterwegs gewesen. Die Kundgebung sei aber abgesagt worden, sagte stellvertretender Vorsitzender des DGB-Kreises Bonn/Rhein-Sieg. „Durch die aktuelle Situation sehen wir, wie wichtig solidarisches Handeln ist und dass es gesellschaftliche Probleme gibt. Ob im Gesundheitssystem oder bei den Altersrenten“, mahnte Hassenforder. Otto Kurenbach, Gewerkschaftsvertreter von der Polizei Kreisgruppe Bonn forderte eine gerechtere Bezahlung für „systemrelevante“ Berufsgruppen.

„Wir müssen immer wieder darauf hinweisen, dass die Arbeitnehmerrechte bewahrt bleiben, gestärkt werden und dass hier mehr Solidarität sowie Würdigung gezeigt wird.“ Mit Blick auf die Bonner Schulen forderte Rolf Haßelkus, Vorstandsmitglied vom GEW-Stadtverband Bonn „ein besseres Bildung System.“

Bei der Kundgebung waren auch Vertreter der Honorarkräfte an der Musikschule in Bonn. Für die Honorarkräfte fühlte es sich laut Sprecher Christof Boerner so an, dass sie in einer Zwei-Klassen-Gesellschaft lebten. „Während die Hälfte der Belegschaft, also die Festangestellten an der Musikschule ihr festes Gehalt bekommen und von Kranken- und Mutterschaftsschutz profitieren, fehlen diese sicheren Verhältnisse bei uns Honorarkräften.“ Boerner forderte mehr Festanstellungen und bessere Gehälter für Honorarkräfte. „Das sind studierte Menschen, die entsprechend qualifiziert sind.“

 Wegen der Corona-Pandemie hatte die DGB im Vorfeld auf ihren alljährlichen Demonstrationszug verzichtet. „Wir haben uns ganz bewusst auf eine kurze Kundgebung konzentriert. Die Anstandsregeln hätte man beim Protestzug nicht gewährlisten können“, erklärte Weede die Entscheidung.

 Stattdessen startete das „Internationalistische Mai-Bündnis“ am Samstagvormittag seinen Demonstrationszug durch die Bonner Innenstadt. Die rund 150 Teilnehmer forderten unter anderem eine Mietpreisbremse und höhere Gehälter für Pflegkräfte. „Nach dem Motto ,Keinen Burgfrieden mit Corona – Mundschutz Ja – Maulkorb Nein“ sei es dem Bündnis wichtig, den 1. Mai und auch die mediale Aufmerksamkeit nicht den Querdenkern zu überlassen, die an diesem Tag ebenfalls demonstrieren wollen“, begründete Organisator Jürgen Repschläger die Demo.

Darüber hinaus gebe es „genug Gründe“ gerade am Tag der Arbeit auf die Straße zu gehen: „Die Lage der lohnabhängig Beschäftigten vor allem die der Pflegekräfte in der Corona-Krise, die Mietpreisbremse, die Unterbezahlung der Honorarkräfte und nicht zuletzt die Frage, wer zahlt die Kosten der Pandemie sind nur wenige Beispiele“, zählte Repschläger auf.

Der Protestzug schloss sich am Mittag der DGB-Kundgebung auf dem Marktplatz an. Danach trafen sich nach Angaben des Bündnisses rund 200 Personen auf dem Vorplatz des Frankenbades für eine weitere Mai-Kundgebung. Zwölf Organisationen nahmen mit Infoständen daran teil. Sonst hatte das „Mai-Bündnis“ sein jährliches Fest auf dem Schulhof der Marienschule abgehalten. Wegen der Corona Schutzverordnungen habe man aber auf den Frankenbadplatz wechseln müssen, erklärte Repschläger.

Die Stadt Bonn zog am Sonntag eine positive Bilanz zu den Demos am 1. Mai: Die Demos seien aus Sicht der Stadtverwaltung problemlos und gut verlaufen. Die Teilnehmer hätten die Auflagen und Abstandsregeln gut eingehalten. Das nicht genehmigte „Querdenker-Picknick“ in der Innenstadt sei zudem unterbunden worden.