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MAM: BAP-Tributeband aus Bonn will Obdachlosen helfen

Song „Jupp“ neu aufgenommen : Bonner BAP-Tributeband will Obdachlosen helfen

Die Köln-Bonner BAP-Tributeband MAM bittet mit dem Coversong „Jupp“ um Spenden für Obdachlose. Dafür hat die Band auch ein Video produziert.

Obdachlose haben es in der Corona-Krise besonders schwer. Viele der von ihnen sonst gerne genutzten Tagesstätten und Cafés sind im Lockdown geschlossen oder können nicht mehr so viele Bedürftige aufnehmen wie zuvor. Zudem fallen Einnahmen durch Gelegenheitsjobs oder den Verkauf von Straßenzeitungen weg. Und dann ist da noch diese Distanz, die derzeit notwendig ist und die doch zugleich aus dem Mit- ein Nebeneinander macht. Nun wollen die Mitglieder der Köln-Bonner BAP-Coverband MAM auf diese Probleme aufmerksam machen: Sie haben den Klassiker „Jupp“ neu aufgenommen und ein Video produziert, in das auch Bildmaterial der Caritas Bonn und des Johanneshauses in Köln einflossen. Damit bitten sie nun um Spenden für jene, die am Rande der Gesellschaft leben.

„Obdachlose haben ja so gut wie keine Lobby“, erklärt MAM-Bassist Marc „Maecces“ Juras auf GA-Anfrage. „Vor allem im vergangenen Winter hat sich das gezeigt, das war für diese Menschen schon eine harte Zeit. Daher wollen wir auf unsere Weise dazu beitragen, dass die Obdachlosen auch in der Krise nicht übersehen, sondern vielmehr ganz bewusst gesehen werden.“ Dafür biete sich „Jupp“ geradezu an, eine Ballade, die auch nach 30 Jahren nichts von ihrer Aktualität verloren hat. „Immerhin geht es in dem Lied um jemanden, der auf der Straße lebt, weil er durch ein bestimmtes Erlebnis traumatisiert wurde“, so Juras. „Und es werden immer mehr Jupps, die jeden Tag gegen Hunger, das Wetter und gegen Ausgrenzung kämpfen. Natürlich sind wir alle derzeit von der Pandemie betroffen, aber wir haben doch immer noch mehr als die obdachlosen Menschen. Insofern sollte es unsere moralische Pflicht sein, ihnen zu helfen.“

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Aufruf erreicht viele Menschen

Der Aufruf von MAM scheint durchaus Wirkung zu zeigen. „Wir haben inzwischen schon mehr als 9000 Aufrufe gezählt, und auf unserer Facebook-Seite ist der Beitrag schon rund 150 Mal geteilt worden“, freut sich Juras. „Viele Fans haben auch schon Spenden angekündigt – wie viel, das werden wir wahrscheinlich erst in ein paar Wochen sagen können. Letztlich geht es ja auch gar nicht um Unsummen, schon kleine Beträge machen etwas aus. Mit nur 19 Euro kann zum Beispiel die Caritas zehn warme Mahlzeiten finanzieren.“

MAM wollen derweil weiter Videos produzieren, teils mit ernstem Hintergrund so wie bei „Domohls“, teils einfach nur, um gute Laune zu verbreiten. „Das brauchen die Menschen derzeit mehr denn je“, betont Juras. Und wenn dann doch endlich wieder live gespielt werden kann? „Dann haben wir erst einmal was nachzuholen.“ Nämlich den 15. Geburtstag der Band. „Im vergangenen Jahr konnten wir leider nur sechs oder sieben Konzerte spielen und hoffen jetzt, dass wir vielleicht im Herbst wieder auf der Bühne stehen dürfen.“ Dann wird natürlich auch wieder „Jupp“ erklingen, für all die Obdachlosen da draußen, die viel zu erzählen hätten und die viel zu wenig gehört werden.