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Maskenpflicht und Abstand halten: auch in Bonn starteten die Schulen

Schulstart in Bonn : Maskenpflicht im Unterricht ist eine Herausforderung bei der Hitze

In Bonn hat das neue Schuljahr begonnen. Wichtigste Änderung: Die Maskenpflicht gilt auch im Unterricht – . bei der Hitze eine Herausforderung für Schüler und Lehrer.

Zum Schulstart am Mittwoch gehen alle Schüler wieder in den Unterricht. Um Infektionen zu verhindern, gilt die Maskenpflicht sowohl im Schulgebäude als auch in den Klassenzimmern. Zumindest erstmal bis Ende August. Einerseits freuen sich die Schüler, dass sie sich wiedersehen können, ein bisschen störend sind die Masken aber schon.

Markus Klasmeier ist froh, dass seine Schüler wieder in den Unterricht kommen können. Seit gut 16 Jahren ist er Schulleiter des Heinrich-Hertz-Kollegs im Stadtteil Graurheindorf. Mit 3500 Schülern ist es das größte Berufskolleg in Bonn. Da gut 2800 Schüler eine duale Ausbildung machen, sind unter der Woche maximal 1200 Schüler gleichzeitig im Kolleg. „Das Schulgelände ist sehr weitläufig“, sagt Klasmeier. „Deshalb können wir uns ganz gut aus dem Weg gehen.“ Mit den zwei Sporthallen zusammengerechnet stehen auf dem Gelände insgesamt zwölf Gebäude für die sieben Fachbereiche, auf denen sich die Schüler verteilen.

Dabei ist das Maskentragen für die Schüler nichts Neues. „Wir hatten bereits vor den Sommerferien auf dem gesamten Gelände die Maskenpflicht, obwohl es nicht vorgegeben war“, sagt Klasmeier. Auch wenn er gemerkt habe, dass die Akzeptanz kurz vor den Ferien, als es bereits wärmer wurde, gesunken sei.

Normalerweise gibt es für die Sekundarstufe II kein Hitzefrei. Das Schulministerium änderte das jetzt. Die Schulleiter dürfen nun selber entscheiden, ob sie den Schülern Hitzefrei geben. „Das halte ich auch für sinnvoll“, sagt Klasmeier. Der Unterricht beginnt an dem Berufskolleg um 7.30 Uhr. „Wir überlegen, ob wir manche Schüler erst ab der zweiten Stunde kommen lassen.“ Damit solle zu starkes Gedränge vermieden werden. „Richtig ist es, jetzt Vorsicht walten zu lassen“, sagt der Schulleiter.

Im Klassenraum von Joachim Schneider, der die Schüler in Informations- und Telekommunikationssystemen unterrichtet, trägt jeder eine Maske. „Damit ist es schon etwas hinderlich“, sagt Max. „Es ist schön, wenn man sie draußen abnehmen und etwas atmen kann.“ Er versteht aber, dass das Masketragen sein muss. „Wenn wir so ohne Maske mit diesem Abstand sitzen würden, wäre das nicht so gut.“ Ähnlich sieht es sein Klassenkamerad Tobias. „Die Verständlichkeit durch die Maske ist generell ein Problem“, sagt er. „Aber aktuell geht es schon noch.“

Nur wenige Kilometer westlich liegt die Freiherr-vom-Stein-Realschule in Tannenbusch. 570 Schüler gehen dort auf die Schule. Schulleiter Martin Finke ist ebenfalls froh, wieder alle Schüler in die Schule kommen zu sehen. „Mit der Distanz in den Monaten vor den Sommerferien war es nicht einfach“, sagt er. „Für das Lernen ist das pädagogische Miteinander sehr wichtig.“ Die Realschule teilt sich ihr Gebäude mit dem Tannenbusch-Gymnasium. Um Kontakte zu minimieren, sind zum Beispiel Pausen zu unterschiedlichen Zeiten.

Finke betont besonders, dass die Lehrer mit gutem Beispiel vorangehen müssen. „Gerade die Kinder haben Zuversicht von uns zu erwarten.“ Dass die Maske auch im Unterricht getragen werden muss, ist für ihn als Musiklehrer besonders schmerzhaft. Um die Kinder langsam wieder an den regulären Unterricht zu gewöhnen, endet die letzte Schulstunde in dieser Woche schon um 11.30 Uhr. Ab der kommenden Woche soll der Unterricht bis zur sechsten Stunde gehen. Der Mensabetrieb, den sich normalerweise die Realschule, das Gymnasium und die nahegelegene Carl-Schurz-Grundschule teilen, steht nur der Grundschule zur Verfügung. „Zurzeit arbeiten wir daran, dass die Schüler Lunchpakete bekommen können“, sagt Finke.

Wie im Heinrich-Hertz-Kolleg tragen auch die Schüler der Freiherr-vom-Stein-Realschule alle Maske im Unterricht, wie etwa die Klasse 7c. „Es ist schön, wieder in der Schule zu sein, weil ich meine Klassenkameraden wiedersehen kann“, sagt Cheyma. Die Maske stört die Zwölfjährige aber etwas, weil das Atmen nicht so leicht sei. Auch der gleichaltrige Ali findet es schön, wieder in die Schule gehen zu können. „Aber die Maske ist etwas nervig, weil es warm darunter wird.“ Sein Klassenkamerad Halil ist auch froh über den Start ins neue Schuljahr: „Wir können endlich wieder was tun.“ Beim Thema Maske schließt er sich seinen Klassenkameraden an: „Wenn es stickig wird, dann schwitzt man sehr unter der Maske.“