Registrierungsaktion am Samstag Mattia und Jamal aus Bonn brauchen Stammzellenspender

Bonn · Mattia und Jamal haben Blutkrebs und brauchen dringend eine Stammzellenspende. Deshalb gibt es am Samstag eine Registrierungsaktion in Bonn. Der GA hat Mattia davor besucht.

 Mattia (5) zeigt seine inzwischen acht Meter lange Mut-Kette für besondere Tapferkeit bei den Behandlungen.

Mattia (5) zeigt seine inzwischen acht Meter lange Mut-Kette für besondere Tapferkeit bei den Behandlungen.

Foto: Petra Reuter

Begeistert zeigt der fünfjährige Mattia sein Lieblingsauto und plaudert strahlend von Super Mario und seinen Spielen. Doch der spärliche Haarwuchs auf seinem Kopf weist darauf hin, dass der Kleine gerade eine Chemotherapie machen muss und einen Kampf gegen die Zeit führt. Mattia hat Blutkrebs und ist zum Überleben auf eine Stammzellenspende angewiesen. Deshalb organisiert der Bonner Tennis- und Hockey-Verein (BTHV) in Zusammenarbeit mit der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) am Samstag eine Registrierungsaktion.

„Sehr neugierig und lebensfroh ist er“, so beschreibt Großmutter Angela Marcello ihren Enkel mit deutsch-italienischen Wurzeln. Trotz allem, was er in den vergangenen zweieinhalb Jahren durchmachen musste, sei er ein sehr aufgeweckter und fröhlicher Junge geblieben. „Seine Mutter erklärt ihm alles, wonach er fragt. Auch die Dinge, die im Krankenhaus gemacht werden müssen“, sagt Angela Marcello. Weil Mattia nie Angst haben müsste, dass man nicht ehrlich mit ihm ist, habe er bisher alle Katheter, Blutentnahmen und die Chemotherapie tapfer ertragen.

Seit der niederschmetternde Diagnose Leukämie (Blutkrebs) vor zweieinhalb Jahren durchlief der heute Fünfjährige unzählige Krankenhausbehandlungen, dann eine Dauertherapie. Von einem Förderverein erhielt Mattia eine sogenannte Mut-Kette. Auf diese Kette darf er zusammen mit den Schwestern, Pflegern oder Eltern nach jedem kleinen Schritt wie einer Blutentnahme, einer Punktion oder einer anderen Therapieetappe eine kleine Perle auffädeln. „Seine Mut-Kette ist jetzt fast acht Meter lang“, sagt seine Mutter Luana Marcello.

„Dieses Jahr im Februar hatten wir alle Therapien abgeschlossen“, berichtet Luana Marcello. An seinem fünften Geburtstag im Mai klagte ihr Sohn dann erstmals über Kopfschmerzen. „Wir haben gedacht, die Feier, das viele Spielen und die Besucher wären einfach zu viel gewesen“, sagt die Mutter. Aber die Kopfschmerzen kamen wieder. Kurze Zeit später mussten die Ärzte den Eltern mitteilen, dass die tückische Krankheit den Kleinen eingeholt hatte. „Dann ging es sehr schnell in die erste Chemotherapie“, sagt Luana Marcello. „Jetzt hoffen wir auf einen passenden Spender.“

Durch seine Arbeit im Elternrat des Kindergartens, den sein Sohn besucht, erfuhr Matthias Caspari, Geschäftsführer des BTHV, von Mattias Schicksal. „Es geht um das Leben eines kleinen Jungen, da darf es kein Zögern geben“, sagt der Ehrenamtler, der sich für eine Registrierungsaktion mit der DKMS in Verbindung setzte. „Wir möchten mit unserer Aktion die Menschen dazu zu bewegen, zu uns zu kommen und sich als mögliche Spender registrieren zu lassen“, sagte Caspari. Weil eine solche Aktion gut zusammen mit dem Sportfest für die Jüngsten funktioniere, findet die Veranstaltung am Samstag statt.

Speicheltest für Registrierung dauert circa 15 Minuten

Die Probenentnahme erledigt man heutzutage per Speicheltest, sagt Janet Mulappancharil von der DKMS. Die Registrierung dauere meistens etwa 15 Minuten. „Es sind Unterstützer vor Ort, die alles genau erklären“, sagt Mulappancharil.

Zeitgleich sucht die DKMS ebenso dringend nach einem passenden Spender für den kleinen Bonner Jamal. Der Zweijährige kämpft seit gut einem Jahr gegen den Krebs und durchläuft aktuell ebenfalls eine Chemotherapie. Wie für Mattia ist auch für den jungen Deutsch-Syrer eine passende Stammzellenspende die letzte Chance zu überleben.

„Zu unserer Aktion sind alle willkommen, die helfen wollen, egal welchem Kind“, betont Caspari. „Jeder, der kommt, bedeutet eine Chance mehr.“ Nach der Registrierung werden die medizinischen Eckdaten in der Großdatei der DKMS erfasst. Wenn die Merkmale eines der Registrierten zu jenen eines Patienten passen, wird der Spender zu einer zweiten Untersuchung eingeladen. Passt alles zusammen, werden die Stammzellen in den meisten Fällen über die Armvene entnommen und anschließend an den Patienten weitergegeben. „Damit hat der Patient eine zweite Chance auf ein Leben“, sagt Mulappancharil von der DKMS.