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Reuterpark wird „Platz für alle“: Mehr Platz für die Bonner Skater-Szene

Reuterpark wird „Platz für alle“ : Mehr Platz für die Bonner Skater-Szene

„Wheelies“, „Pools“ und „Obstacles“: Bald schon soll es im Bonner Reuterpark einen Pumptrack für Skater geben. Die Szene freut’s. Die Ersten machten sich nun Gedanken, wie die Anlage einmal aussehen soll.

Der Stadtrat hat soeben die Genehmigung für den ersten Bauabschnitt im Reuterpark beschlossen. Drei Millionen Euro stehen nun bereit, damit neben neuen Spielplätzen, Sinnesgärten und Open-Air-Tanzflächen ein inklusiver Skatepark samt Pump-Track entstehen kann.

Für diesen haben nun Bürger, Stadtbedienstete und Planer im Schatten des denkmalgeschützten Hauses der Jugend nach weiteren Ideen und Anregungen gesucht. Und zwar bei einem Workshop. Baubeginn soll dann im Frühjahr 2021 sein. Ein Termin für den zweiten Bauabschnitt, für den circa zwei Millionen Euro anberaumt wurden, steht noch aus.

Die Flüchtlingsunterkünfte sollen noch bis zum Frühjahr stehen

„Ein Projekt aus der Bürgerschaft“ nannte Stefan Günther, Leiter des Bonner Sport- und Bäderamtes, das seit 2013 bestehende Konzept zur Erneuerung des 24.000 Quadratmeter großen Parks an der B9. Die offizielle Bezeichnung lautet „Ein Platz für alle“. Das war er bisher schon, allerdings hielten sich Attraktivität und Abwechslungsreichtum bei der Freizeitgestaltung bisher in Grenzen. Die Anlage soll nun mit Themeninseln von Grund auf geändert werden, wobei vor allem die Barrierefreiheit eine Rolle spielt. Eine jener Themeninseln soll der auf der östlichen Seite geplante Skatepark sein.

Bereits im Januar wurde im Clara-Schumann-Gymnasium unter reger Beteiligung eine Bürgerdiskussion über die neue Gestaltung des Reuterparks durchgeführt. Der jetzige Workshop sollte die ersten Anregungen konkretisieren. „Bonn hat eine stetig wachsende Skater-Szene“, sagte der Bonner Skateboarder und Mitglied beim Verein SubCulture, Joachim Opitz.

Er kam aus Bad Godesberg zur Runde - natürlich auf dem Skateboard. „Wir haben bereits einen Skatepark in Beuel, der Seinesgleichen sucht, aber es kann ja nicht genug Skateparks geben. Besonders da hier ja ein reiner Pumptrack entstehen soll“, so Opitz (Siehe „Kurven und Wellen“).

Zwei Mitarbeiter des Planungsbüros LNDSKT stellten ihre Ideen für den zukünftigen Pumptrack vor. Die von der Stadt beauftragte Kölner Firma ist darauf spezialisiert und war auch schon im Beueler Park tätig. Das Ergebnis sei „absolut zufriedenstellend gewesen“, so Günther. „Da lag es nahe, die Zusammenarbeit fortzusetzen.“ Erste Konzeptzeichnungen sehen eine annähernd dreieckige, etwa 240 Quadratmeter große Fläche vor, auf der Hindernisse mit bis zu zehn Prozent Steigung errichtet werden sollen.

„Wir wollen das Gelände natürlich auch für Fortgeschrittene interessant gestalten. Aber gleichzeitig möchten wir es auch anfängerfreundlich halten“, sagte Tobias Zwickler von LNDSKT. „Und da es ein inklusiver Skatepark wird, werden wir an den notwendigen Stellen geeigneten Untergrund aus rutschfestem Material einfließen lassen, um die Sicherheit zu gewährleisten“, so der Landschaftsarchitekt.

Bei den Planungsgesprächen konnte Opitz seine durch jahrelanges Skateboarden erworbene Expertise einfließen lassen. Für fachfremde Ohren waren die folgenden Gespräche über „Wheelies“, „Pools“ und „Obstacles“ da nur ansatzweise verständlich. „Skaten ist mehr als nur Sport. Es ist eine eigene Kultur voller Toleranz und Mitmenschlichkeit. Ich freu mich, dass hier im Reuterpark ein inklusiver Skatepark entstehen wird“, so der Skater.

„Unsere ersten Förderanträge für den neuen Reuterpark wurden vom Land abgewiesen, umso mehr freue ich mich, dass es jetzt vorangeht“, so Günther. Die Aufspaltung in zwei Bauabschnitte sei auch aufgrund der zunächst abgelehnten Förderanträge nötig gewesen. Die direkt angrenzenden Flüchtlingsunterkünfte sollen noch mindestens bis zum Frühjahr bestehen bleiben. Konkrete Pläne wie es mit den mobilen Unterkünften weitergehen soll, gäbe es hingegen noch nicht. Für die Planungen des Parks spiele das angrenzende Geländejedoch keine Rolle, so der Amtsleiter.