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Neue Sprecherin der Grünen: Mehr Vielfalt, mehr Utopien

Neue Sprecherin der Grünen : Mehr Vielfalt, mehr Utopien

Die Bonner Grünen haben eine neue Sprecherin. Alexandra Geese wurde am Dienstagabend auf der Mitgliederversammlung des Kreisverbandes der Grünen im Haus Migrapolis mit einem beeindruckenden Ergebnis gewählt: Bis auf eine Enthaltung gab es nur Ja-Stimmen für die 46-jährige Dolmetscherin aus Bad Godesberg.

Ebenfalls neu im Kreisverbandsvorstand ist Maria Beyer, die von der Grünen Jugend nominiert worden war. Ansonsten hat sich im Vorstand nicht viel verändert. Co-Sprecher Harald Klinke war erst im September wegen des Rücktritts von Martin Heyer gewählt worden. Eike Block bleibt Schatzmeister, weitere Beisitzer sind Andrea Bauer, Verena Zintgraf und Konrad Hentze. Andreas Kröhling hatte im September Klinke als Beisitzer ersetzt.

Ein wenig Adventsstimmung herrschte. Es ging ruhig und harmonisch zu, aber mit dem festen Willen, unbequem zu bleiben. Geese, die zuvor Beisitzerin im Vorstand war, versprach, weiterhin das Verhältnis zwischen Stadtratsfraktion und Kreisverband zu festigen. Wie berichtet, gab es zuletzt kritische Stimmen über die Informationspolitik der Ratsfraktion.

"Wir werden darauf achten, dass innerhalb der Koalition gewisse Linien nicht überschritten werden", sagte Geese. Das Gute sei ja, dass der Kreisverbandsvorstand die Freiheiten habe, Utopien zu entwickeln, und nicht wie die Fraktion von Koalitionszwängen im Denken behindert werde. "Das ist doch der große Wert der Grünen. Was früher viele für utopisch hielten, ist doch heute schon Mainstream", sagte Geese.

Sie wolle sich auch für mehr Vielfalt innerhalb der Bonner Grünen einsetzen, sagte Geese. So werde sie gezielt auch Bonner mit Migrationshintergrund ansprechen, damit diese sich bei den Grünen engagierten.

Für Maria Beyer war es wichtig, das Verhältnis zwischen der Grünen Jugend und der Fraktion "zu stärken". Ihre Schwerpunkte sieht die Studierende der Germanistik und Politikwissenschaften bei den Themen Antirassismus und Flüchtlinge. Insgesamt will der neue Vorstand weiterhin die "grüne Diskussionskultur" pflegen. Und: Man freue sich schon auf die OB-Wahlen im kommenden Jahr.

Dass sie nicht erneut als Sprecherin kandidiere, begründete Julia Mayer damit, dass sie neben Familie und Beruf jetzt auch Sprecherin der Grünen Landesarbeitsgemeinschaft Demokratie und Recht geworden sei. "Ich bleibe den Bonner Grünen aber kritisch-konstruktiv erhalten", sagte sie. Nach drei Jahren, in denen die Grünen auch ein "tolles Kommunalwahlergebnis" erreicht hätten, sei es an der Zeit, neue Leute in den Vorstand zu lassen.