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Bonner Linksbündnis gegen Straßennamen: Mehrheit gegen Hindenburg

Bonner Linksbündnis gegen Straßennamen : Mehrheit gegen Hindenburg

Im Bürgerausschuss hat sich die neue Linkskoalition durchgesetzt - auch gegen die Empfehlung des Stadtarchivs: Sie will die Umbenennung von Hindenburgplatz und Hindenburgallee durchsetzen. Jetzt liegt der Ball in den Feldern der Bezirksvertretungen.

Der Ausschuss für Bürgerbeteiligung des Stadtrates hat am Mittwoch mehrheitlich dem Bürgerantrag zugestimmt, dem Hindenburgplatz in Dottendorf und der Hindenburgallee in Plittersdorf andere Namen zu geben. Vertreter der Koalition aus Grünen, SPD, Linken und Volt stimmten für den Bürgerantrag und damit für die Umbenennung, CDU, FDP und ein parteiloses Mitglied positionierten sich dagegen, was ein Abstimmungsergebnis von neun zu sechs Stimmen ergab.

Als nächstes liegt der Ball im Feld der Bezirksvertretungen Bonn und Bad Godesberg, für die die Verwaltung jetzt entsprechende Vorlagen vorbereitet. Ähnliche Vorstöße hatte es in der jüngeren Vergangenheit bereits gegeben, doch hatte es an der Unterstützung in Bürgerschaft und Politik gefehlt. Die neuerliche öffentliche Debatte, etwa in Leserbriefen, ergibt ein differenziertes Meinungsbild. Eine formelle Beteiligung der Bewohner der von möglichen Straßenumbenennungen betroffenen Anlieger sieht das Verfahren nicht vor.

Hinsichtlich der Ehrenbürgerwürde des früheren Reichspräsidenten beschlossen die Kommunalpolitiker einstimmig, das Gesamtkonzept „Aktive Erinnerungskultur“ abzuwarten. Es soll Aufschluss darüber geben, ob eine Aberkennung formell überhaupt möglich wäre. Das Stadtarchiv empfiehlt, ihrer Expertise mit Umbenennungen einzelner Straßen nicht vorzugreifen.