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Zehn Jahre Bundesamt für Justiz: Minister lobt Bonner Mitarbeiter

Zehn Jahre Bundesamt für Justiz : Minister lobt Bonner Mitarbeiter

Wer seinen Geburtstag feiert, kann mit Geschenken rechnen. Das hoffte Carsten Runkel auch für das Bundesamt für Justiz (BfJ), dessen zehnjähriges Bestehen am Donnerstag im Beueler Brückenforum gefeiert wurde. Der Personalratsvorsitzende hatte jedenfalls für alle Fälle einen Wunschzettel mitgebracht.

Er wünsche sich eine Arbeitssituation, „in der wir unsere Gesundheit nicht ruinieren“, und mit Blick auf den Platzmangel trotz der anstehenden Anbaumaßnahmen generell „eine ordentliche Liegenschaftsplanung“, sagte er bei seiner Grußrede.

Die Mitarbeiter kämen gar nicht zur Ruhe. „Wir sind als Bundesamt ein Getriebener der äußeren Umstände.“ Betreuung der Opfer des Terroranschlags in Berlin, Umsetzung des Netzwerkdurchsetzungsgesetz als Antwort auf Hasskommentare in sozialen Netzwerken, wahrscheinlich bald auch die Entschädigung der Homosexuellen, die durch den Paragrafen 175 verurteilt wurden. Runkel wünschte sich eine Konsolidierungsphase, um den internen Strukturen einen Feinschliff geben zu können.

Für Glückwünsche und Lob waren bei dem Festakt, der musikalisch vom Jugend Jazz Orchester Bonn umrahmt wurde, die anderen Redner zuständig, die der BfJ-Präsident Heinz-Josef Friehe begrüßte: Bundesjustizminister Heiko Maas hob die Wichtigkeit der Arbeit der 1050 Mitarbeiter hervor. Der NRW-Justizminister Thomas Kutschaty bezeichnete das Bundesamt als Erfolgsgeschichte. Und Oberbürgermeister Ashok Sridharan, selber Jurist, war froh, das Bundesamt weiterhin in der Stadt zu halten. „Der Rutschbahneffekt ist da“, sagte er zu Maas bezogen auf den fortgesetzten Wegzug von Ministerien von Bonn nach Berlin. „Wir verzeichnen in den Ministerien einen Rückgang der Arbeitsplätze in Bonn.“

Von allen Seiten gab es ein Bekenntnis zum Standort Bonn. Auch von Kabarettist Konrad Beikircher, der sich bei seinem Festvortrag immer mehr in Fahrt redete. Er erzählte Rheinländerwitze, ging auf Kanzlerfrage und US-amerikanischen Protektionismus ein und bekannte sich zum deutschen Beamten: „Sie sind die Statthalter an vorderster Front, auch international“, sagte er zum Publikum. „Und das alles für einen Hungerlohn.“