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Krippe in St. Franziskus in Bonn: Mit Maria und Josef im Flüchtlingslager

Krippe in St. Franziskus in Bonn : Mit Maria und Josef im Flüchtlingslager

Es ist eine ganz besondere Krippe in der Kirche St. Franziskus. Lebensgroß und lebensecht. Sie erzählt die Geschichte einer Flucht. Die Künstlerin Jana Merkens überträgt die Weihnachtsgeschichte in unsere Zeit.

Die Flucht von Maria und Josef endet am Stacheldrahtzaun. In einem Rucksack trägt Josef ihr Hab und Gut. Maria ist hochschwanger und gezeichnet von der beschwerlichen Reise. Gemeinsam steuern sie im Halbdunkel auf ein kleines Zelt zu, das mit Schlafsäcken, Kleidung und einem klobigen Koffer gefüllt ist.

Die Installation mit lebensgroßen Figuren in der Kirche Sankt Franziskus in der Bonner Nordstadt verbindet die Weihnachtsgeschichte mit dem hochaktuellen Thema „Flucht und Integration“. Die Künstlerin Jana Merkens hat das moderne Paar für die besondere Adventskrippe geschaffen. An jedem der vier Adventssonntage erleben die Besucher eine neue Szene, verrät die 26-jährige Künstlerin, die in Essen Kunstpädagogik studiert. „Man hat hier Gelegenheit, das Thema Flucht mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten“, so Merkens.

Es gibt ein umfangreiches Programm

Die Katholische Jugendagentur und das Jugendpastorale Zentrum Campanile an Sankt Franziskus präsentieren die Installation und ein umfangreiches Rahmenprogramm, das mit der Stadtjugendmesse am ersten Advent gestartet ist. Bis zum 8. Januar 2017 können Besucher dort die sich wandelnde Krippe betrachten. „Zwei weitere Stadtjugendmessen, ein ökumenisches Taizégebet, ein Slam-Poetry-Abend und das Kinderkrippenspiel an Heiligabend widmen sich der Geschichte einer Flucht, aber auch dem Thema Weg“, erläutert Jugendreferent Bernward Siemes. „Wohin sollen wir gehen?“, lautet die Leitfrage bei der Stadtjugendmesse am 8. Januar.

Die Themen Flucht und Integration will die Katholische Jugendagentur mit der Adventskrippe und mit einer umfassenden Ausstellung im kommenden Frühjahr weiter behandeln, berichtet Geschäftsführer Rainer Braun-Paffhausen. In der Ausstellung soll sich zeigen, wie die katholische Kirche in Bonn ihre neuen Nachbarn begrüßt und junge Flüchtlinge in ihre Projekte und die Arbeit in ihren Einrichtungen einbindet.

Jana Merkens hat mit ihrer hyperrealistischen Darstellung ein uraltes Thema in die Gegenwart übertragen. Ihre lebensecht wirkenden Figuren konfrontieren den Betrachter mit der Frage, ob der Grenzzaun des dargestellten Flüchtlingslagers überwindbar ist – und wie es dahinter weitergeht.