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Clowns und Akrobaten: Mit Schwung in die Festtage

Clowns und Akrobaten : Mit Schwung in die Festtage

Weihnachtscircus feiert Premiere an der Siegburger Straße. Vorstellungen gibt es bis einschließlich 6. Januar.

Hans-Peter Faßbender ist ein Zirkusgänger aus Leidenschaft. Der Rentner ist der Manege treu, „so lange ich lebe“, besucht im Jahr sieben bis acht Vorstellungen, und sieht am liebsten Tiernummern. Auch die Premiere des zwölften Bonner Weihnachtscircus im großen Zelt an der Siegburger Straße am Freitagabend wollte er sich nicht entgehen lassen. „Das ist ein schöner Zirkus“, meinte er.

Für Vielgucker wie ihn müssen sich die Macher hinter der Manege immer etwas Neues einfallen lassen. Das ist laut den Veranstaltern des Weihnachtscircus aber auch ihr Anspruch: Sie haben kein Ensemble, sondern buchen freischaffende Artisten, und zwar immer schon bis zu zwei Jahre im Voraus, so Pressesprecher Thomas Lenz.

Am Montag nur Nachmittagsshow

Der Zirkus bietet auch diesmal wieder eine internationale Truppe auf. Der junge Drahtseilartist Steven Ferrari kommt aus Spanien, ebenso das Showballett La Bouche, Pferdedompteur Andrei Bocancea mit dem lachenden Pferd Scout stammt aus der Republik Moldau. Der Clown Corregio alias Raoul Schoregge aus Münster, eigentlich Manager des Chinesischen Nationalcircus, kabbelt sich mit seinem französischen Kollegen Joanes. Aus Moskau ist die Demian Artistic Group angereist, als Duo Voila präsentieren die Schweizerin Janine Eggenberger und der Franzose Arnaud Caizergues berauschende Akrobatik unter dem Zirkuszeltdach. Und nicht zuletzt kommt die Big Band für diese Saison aus der Ukraine. Weiterhin sah man Rosi Hochegger mit ihrer unterhaltsamen Hundedressur-Nummer und Marlon Zinnecker mit Pferden, Kamelen und Lamas.

Dem deutschen Fernsehpublikum könnte Eggenberger bekannt sein, sie beeindruckte kürzlich beim RTL-„Supertalent“ die Jury um Dieter Bohlen. Die Nummer mit Caizergues sei schwierig. „Man braucht viel Vertrauen“, so die 30-Jährige. Auch in die eigenen Fähigkeiten. Eggenberger stürzte vor drei Jahren bei Proben aus 3 Metern Höhe auf den Kopf, aber sie nahm die Herausforderung an, wieder aufs Trapez zu gehen. Wie alle anderen Artisten hat sie bis zum 6. Januar jeden Tag zwei Vorstellungen, mit Ausnahme von Heiligabend – am Montag gibt es nur eine Nachmittagsshow um 14 Uhr. Danach gehen die Artisten gemeinsam essen. „Sonst wird Weihnachten eher im Zelt gefeiert. Das ist in dem Business halt so“, sagte die Schweizerin.

„Eine schöne Einstimmung auf das Weihnachtsfest“ war die Vorstellung für Verena Kümpel. Sie geht gerne zum Zirkus, erzählte sie. Zum einen, um die Freude in den Augen der Kinder zu sehen, zum anderen wegen der eigenen Kindheitserinnerungen. Sie stellte fest: „Früher gab es mehr Tiere.“

Mit leuchtenden Augen beobachteten die fünfeinhalbjährige Anna und ihr dreijähriger Bruder Yaron die Show. Das Mädchen fand natürlich auch die Tiere am besten. Sie hatte auch schon den Russischen Staatscircus gesehen. Papa Christian Schwarz hat mit Zirkus zwar wenig am Hut. „Für mich ist das Wichtigste, dass die zwei Kleinen Spaß haben.“

Für Zirkusfan Faßbender war am Freitag nicht alles gelungen. „Es müsste angekündigt werden, wie die Artisten heißen und was sie gewonnen haben“, fand er. Erst am Ende hatte Moderatorin und Sängerin Janna Köhler mitgeteilt, woher die Manegenstars kommen. Das Premierenpublikum honorierte die Vorstellung trotzdem mit stehendem Applaus.

Tickets für Erwachsene 20 bis 40 Euro. Weitere Infos auf www.bonner-weihnachtscircus.de; weitere Fotos: www.ga.de/weihnachtscircus