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Müll am Rheinufer in Bonn: Studenten der Infinity-Gruppe räumen auf

Nachhaltigkeit als Ziel : Bonner Studenten sammeln Müll am Rheinufer

Die studentische Bonner Infinity-Gruppe klärt über Nachhaltigkeit auf. Am kommenden Sonntag ist eine Müllsammelaktion am Rheinufer geplant.

„Kalt duschen“, sagt Andreas Biesenbach, sei so ein Beispiel für einen Tipp, den jeder umsetzen könne, der im Rahmen seiner Möglichkeiten etwas gegen den Klimawandel unternehmen möchte und ganz nebenbei auch noch etwas Gutes für seine Abwehrkräfte tun wolle. Seit 2018 ist der 23-jährige Agrarwissenschaftsstudent Vorsitzender der Bonner Infinity-Regionalgruppe. Nach Mannheim, München, Stuttgart, Frankfurt (Oder) und Heidelberg gehören die elf Vereinsmitglieder der Bonner Gruppe zu den sechs Regionalgruppen, die sich bereits Infinity Deutschland angeschlossen haben.

„Die Herausforderungen von Morgen lassen sich nicht mit den Ideen von Gestern lösen“, ist das Motto der Infinities. „Wir mussten ja einen Verein gründen“, erklärt Biesenbach, um als gemeinnützig anerkannt zu werden und Spenden entgegen nehmen zu können. Ansonsten scheint dem Studenten das Vereinswesen eher lästig zu sein. „Es braucht keiner Mitglied bei uns zu werden“, sagt er fast entschuldigend und betont, dass jeder jederzeit mitmachen könne und nicht verpflichtet ist, an den wöchentlichen Treffen (immer mittwochs) oder den Müllsäuberungsaktionen an jedem ersten Sonntag im Monat teilzunehmen. „Gleichgesinnte sind immer gut“, ist Biesenbachs Devise. So kam auch er zu Infinity, nachdem die Mannheimer Gründungsgruppe 2017 alle Universitäten in Deutschland angeschrieben hatte und das „Grenzenlose“ ihres Vereins, mit dem sich „Infinity“ übersetzen lässt, vorstellte.

Soziales Engagement in ganz Deutschland

Infinity Deutschland versteht sich als ein bundesweites Studierendennetzwerk für Social Entrepreneurship (soziales Unternehmertum). „Das war auch genau das, was mich daran interessierte“, sagt Biesenbach. Und als er dann die Studenten aller Fachrichtungen sah, die sich zu einem ersten Treffen in Bonn versammelten, habe er schnell gesehen, „dass sind Leute, die wie ich ticken.“ Schon diese erste Zusammenkunft habe mega viel Spaß gemacht. Dabei seien schon viele Ideen entwickelt worden. Das Kaltduschen gehörte genauso dazu, wie der Hinweis, Wachstücher zum Einpacken von Lebensmitteln zu benutzen und konsequent auf Plastikverpackungen zu verzichten.

Während die Alltagstipps der Bonner Gruppe inzwischen mit wenig Aufwand beim sozialen Netzwerk Instagram gepostet werden, bereitete die Herstellung einer Bonn-Bottle etwas mehr Kopfzerbrechen. Analog zu der ersten in Mannheim als „Man-Bottle“ vorgestellten Glasflasche musste ein Flaschenhersteller gefunden werden und eine Druckerei, die in der Lage war, das durch einen Wettbewerb ermittelte typische Bonn-Design auf das Glas zu bringen. Nachhaltigkeit sollte nicht nur die Verwendung der Flasche für die  Nutzer bedeuten, sondern schon für die Herstellung berücksichtigt werden. Ausgeliefert wird die in den sozialen Netzwerken bestellbare Flasche nun per kostenlosem Lieferservice von Vereinsmitgliedern per Fahrrad. Spendengelder kommen dabei der Bonner Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt zugute.

Applaus für Müllsammelaktion

„Es hat gut getan, dass uns einige Bonner sogar applaudiert haben“ sagt Biesenbach zur letzten Müllsäuberungsaktion seines Vereins am Beueler Rheinufer. Am kommenden Sonntag trifft man sich erneut gegen zwölf Uhr am Rheinufer vor der Bonner Oper, um den vor einem Monat am Bahnhöfchen in Beuel begonnenen „Brückenlauf“ mit Müllzangen und -säcken in Richtung Südbrücke fortzusetzen. Neben Bonnorange, das Infinity Bonn erneut mit Ausrüstung, Müllsäcken sowie dem Abtransport der Sammlung unterstützt, sind auch weitere aktive Helfer willkommen. Am Treffpunkt sollte ein Mund- und Nasenschutz getragen werden.