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Britta Bürgers, die Mutmacherin: Nach Schicksalsschlägen krempelte diese Bonnerin ihr Leben um

Britta Bürgers, die Mutmacherin : Nach Schicksalsschlägen krempelte diese Bonnerin ihr Leben um

Mit ihrem Buch „Dein rosaroter Faden“ zeigt die Bonner Autorin und Therapeutin Britta Bürgers Wege auf, um Lebenskrisen zu überwinden und Kraft für einen Neustart zu finden. Sie selbst musste mehrere schwere Schicksalsschläge erleiden.

Das Schicksal meinte es nicht gut mit ihr und ihrer Familie. Die Therapeutin Britta Bürgers, 1962 in Braunschweig geboren und dort aufgewachsen, zog nach einer Ausbildung im elterlichen Betrieb nach Bonn und gründete hier mit ihrem Mann eine Familie. Kurz nach der Geburt ihres ersten Kindes erkrankte ihr Mann an Krebs, ein halbes Jahr später starb er an der Krankheit. Mit 37 Jahren bekam Bürgers selbst Brustkrebs – und mit der Diagnose stiegen erneut Verzweiflung, Ohnmacht und Angst in ihr hoch. „Es ist ein großer Unterschied, ob man einen geliebten Menschen während seiner schweren Krankheit begleitet oder ob einen die Krankheit selbst trifft“, sagt die heute 58-Jährige.

Nach ihrer Erkrankung sei sie gegen den Rat vieler Freunde und Angehörige mit ihren Kindern für einige Zeit nach Spanien umgezogen und habe sich damit einen Lebenstraum erfüllt. Es sei unglaublich wichtig, das zu lieben, was man tut, wo man lebt und mit wem man zusammenlebt. Angehörige schwerkranker Menschen hätten nur begrenzte Möglichkeiten, wirklich einzugreifen und seien der Situation oftmals mit einer gewissen Hilflosigkeit ausgeliefert. „Wenn man selbst betroffen ist, kann man eigene Entscheidungen treffen, in gewisser Weise agieren und für sich selbst Verantwortung übernehmen“, betont Bürgers, die in der Südstadt wohnt. So schrieb sie nun das Buch „Dein rosaroter Faden“. In dem versucht sie, genau dies ihren Lesern zu vermitteln. Anhand ihrer eigenen Geschichte zeigt sie auf ganz persönliche Art Wege auf, um in Lebenskrisen Orientierung und Lebensmut zurückzugewinnen.

Während ihrer Krankheit hat Bürgers viele schwierige Entscheidungen treffen müssen. „Gern hätte ich einen Leitfaden gehabt, nach dem ich mich hätte richten können“, sagt sie rückblickend. Ein Ansporn für ihr Buch. In Deutschland werden Jahr für Jahr mehrere Hunderttausend Menschen mit der Diagnose Krebs konfrontiert, etwa 230.000 sterben nach Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit pro Jahr an einer solchen Erkrankung.

Die Bonnerin überwand ihre eigene Krankheit im Dreiklang über den schulmedizinischen Weg, psychische Unterstützung und Naturheilkunde. „Ich habe mein ganzes Leben umgekrempelt, Dinge die mir nicht guttaten, abgeschafft“, sagt Bürgers, die jede Facette ihres Lebens unter die Lupe nahm. Alles kam auf den Prüfstand. Was nicht glücklich machte, wurde abgeschafft. Sie begann, alles mehr unter dem Aspekt der Endlichkeit zu betrachten und danach zu handeln, sich selbst treu zu sein. Sie habe einmal gelesen, dass Krankheit das Leben in die Tiefe zwinge: „Genau so habe ich es empfunden.“ Die Therapeutin ist mittlerweile seit 28 Jahren in zweiter Ehe verheiratet, die beiden Söhne sind 28 und 31 Jahre alt.

Der Ratgeber, in dessen Titel eine rosa Schleife als bekanntes Symbol für den Kampf gegen Brustkrebs grafisch integriert ist, richtet sich nicht ausschließlich an Krebspatienten und deren Angehörige, betont Bürgers. „Es soll Menschen, die kritische Lebensereignisse oder einen schweren Schicksalsschlag erlitten haben, helfen, die Krise zu überstehen“. Ein Buch, das Menschen beisteht, die seelische Unterstützung benötigen und sich durch scheinbar ausweglose Situationen erschöpft und ausgebrannt fühlen. Es dreht sich letztlich, auch wenn es erst einmal abgedroschen klinge, um Liebe, Zwischenmenschliches, Achtung und Respekt, so die Bonnerin. Wenn man merkt, es passt nicht, solle man sich ruhig mal was trauen. Sie sagt: „Jeder hat einen Grund zu kämpfen, jeder verdient eine zweite Chance.“

Britta Bürgers: „Dein rosaroter Faden: Hilfe in ein krebs-freies Leben“, ‎ tredition, 260 Seiten, 14,90 Euro, ‎ISBN 978-3347070820