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Nachwuchsgewinnung an Bonner Schulen: CDU schlägt Tag des Blaulichts vor

Für Nachwuchs bei Polizei und Feuerwehr werben : CDU schlägt Tag des Blaulichts an Bonner Schulen vor

Die CDU schlägt vor, einen Tag des Blaulichts an den Bonner Schulen einzuführen. Dort könnten Organisationen wie Polizei und Feuerwehr Nachwuchs werben und für Sicherheitsthemen sensibilisieren.

Die Bonner CDU will an den weiterführenden Schulen der Stadt einen Tag des Blaulichts einführen. Dabei sollen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, kurz BOS, für Nachwuchs werben und Schüler für Themen wie den Brandschutz sensibilisieren. Der Antrag wurde im Ausschuss für Umwelt, Klima und lokale Agenda nur kurz behandelt und in den Fachbeirat zum ehrenamtlichen Bevölkerungs- und Katastrophenschutz weitergereicht.

Ehrenamtliche und hauptamtliche Einsatzkräfte bei Polizei, Feuerwehr oder auch der DLRG setzen sich für den Schutz ihrer Mitmenschen ein, heißt es im Antrag der CDU. Die NRW-Landesregierung habe bereits eine Vielzahl an Initiativen eingeleitet und die Situation in den vergangenen Jahren damit deutlich verbessert. Doch offenbar ist noch Luft nach oben. „Die Bereitschaft zum ehrenamtlichen Einsatz muss groß gehalten werden. Dies soll ein solcher Tag des Blaulichts unterstützen“, so die Christdemokraten.

Warum ein solches Angebot wichtig ist, kann CDU-Ausschussmitglied Jürgen Wehlus aus eigener Erfahrung berichten. Er war selbst viele Jahre ehrenamtlicher Feuerwehrmann. „Kindergartenkinder haben sich in Brandfällen immer sehr gut verhalten. Sie wissen, dass man bei dichtem Rauch auf dem Boden krabbeln sollte und was beim Wählen des Notrufs 112 wichtig ist“, erzählt er.

Dass die Kleinsten das so gut können, liege an der Brandschutzerziehung, die sie erhalten. Wehlus: „Wir sollten auch an den Schulen lehren, wie man sich selbst schützen und in Notfällen erste Maßnahmen treffen kann.“ Aber auch die Nachwuchsgewinnung sei entscheidend für ein Rettungssystem wie in Deutschland, das vor allem auf dem Ehrenamt fuße. „Wir wollen für alles, das ein Blaulicht auf dem Dach hat, Interesse wecken.“

Laut Antrag sollte die Verwaltung beauftragt werden, Gespräche mit den Schulen sowie Feuerwehr, den Rettungsdiensten, der Polizei, dem Ordnungsdienst und den Hilfsorganisationen aufzunehmen und gemeinsam mit diesen eine Konzeption für das Schuljahr 2022/2023 auszuarbeiten. Denkbar wäre eine Vorstellung beispielsweise im Wege eines Projekttages. Entsprechendes Geld sei im Haushalt bereitzustellen.

Stadt habe aktuell keine Ressourcen

Die Stadt gibt der CDU in ihrer Stellungnahme grundsätzlich recht. Allerdings habe man aktuell keinerlei Ressourcen, den Aktionstag inhaltlich und organisatorisch vorzubereiten „Angesichts der zahlreichen tagesaktuellen Herausforderungen der Flüchtlingssituation, bei der Schulamt und Schulen vorrangig gefordert sind, bis zu 2000 Kinder und Jugendliche zusätzlich in Bonner Schulen, die bis an ihre Kapazitätsgrenzen ausgelastet sind, unterzubringen und dort zu beschulen, kann ein solcher Projekttag weder vom Schulamt noch von den Schulen pädagogisch vorbereitet und durchgeführt werden.“ Deshalb bevorzuge man, bestehende Angebote wie den landesweiten Katastrophenschutztag bei den Schulen zu bewerben.

Diese Kritik greift auch Nico Jannicke von der SPD auf. Es sei gut, dass man nun im Fachbeirat die Thematik bespreche. „Wir müssen uns Gedanken machen, mit welchen Ressourcen ein Tag des Blaulichts umsetzbar ist.