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Nahverkehr Bonn: Einbußen von 16 Millionen Euro bei Bus und Bahn

Verluste der Bonner Stadtwerke : Einbußen von 16 Millionen Euro bei Bus und Bahn

Zwar kompensiert der Corona-Rettungschirm die ausbleibenden Einnahmen der Stadtwerke im öffentlichen Nahverkehr im vergangenen Jahr weitgehend. Doch für 2021 ist eine Finanzierung des Bundes noch nicht gesichert.

Im vergangenen Jahr haben die Stadtwerke Bus und Bahn (SWB) durch die Pandemie Umsatzeinbußen von 16 Millionen Euro hinnehmen müssen. Wie die beiden Geschäftsführer der SWB-Tochter, Anja Wenmakers und Hansjörg Spielhoff, auf GA-Anfrage mitteilten, „wurde ein Großteil der Umsatzeinbußen in 2020 durch den sogenannten Corona-Rettungsschirm durch Bund und Land kompensiert“. Das Defizit war entstanden, weil die SWB im Lockdown über weite Strecken nach regulärem Fahrplan gefahren waren, die Fahrer aber deutlich weniger zahlende Fahrgäste transportierten. Personalkosten und Energiekosten blieben dagegen weitgehend gleich.

Zur Frage, inwiefern Auswirkungen der Pandemie auf den Gesamtumsatz des SWB-Konzerns zu erwarten sind und ob die Stadt möglicherweise einen Zuschuss leisten müsse, hieß es vonseiten beider Geschäftsführer: „Die Abschlüsse der einzelnen Gesellschaften werden derzeit erstellt.“ Aussagen zu exakten Bilanzergebnissen seien deshalb noch nicht möglich. Das Defizit habe aber „durch betriebliche Gegensteuerungsmaßnahmen und den ÖPNV-Rettungsschirm weitestgehend kompensiert werden“ können.

Auswirkungen noch nicht absehbar

Wie lange die Pandemie das Verkehrsunternehmen noch beschäftigen werde und welche konkreten wirtschaftlichen Auswirkungen für dieses Jahr zu erwarten seien, „ist derzeit noch nicht absehbar“, erklärten Wenmakers und Spielhoff. Es deute sich zwar an, dass es auch in diesem Jahr einen Rettungsschirm für Nahverkehrsbetriebe geben werde. Beschlüsse dazu, insbesondere vom Bund, stünden allerdings noch aus, so die SWB. Die Höhe der Zuschüsse sei noch nicht bekannt.

Dennoch sieht die Geschäftsführung der SWB Bus und Bahn die geplanten erheblichen Investitionen in neue Stadt- und Straßenbahnen sowie die sukzessive Umstellung der motorbetriebenen Busflotte auf elektrobetriebene Fahrzeuge (letztere ist bis 2030 geplant) nicht in Gefahr. „Die Projekte der Neubeschaffung der Niederflurbahnen, der Neubeschaffung der Hochflurbahnen und die Umstellung auf Elektromobilität laufen trotz der Pandemie weitestgehend planmäßig.“ Zu den Bekundungen des neuen Ratsbündnisses aus Grünen, SPD, Linken und Volt, den öffentlichen Nahverkehr weiter ausbauen zu wollen, betonten Wenmakers und Spielhoff: „Ein flächendeckender Ausbau des ÖPNV ist nur mit öffentlichen Fördermitteln und Unterstützung der Kommunen möglich.“