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Westerwelle als möglicher Namensgeber: Namensvorschlag für Bonner Viktoriabrücke löst Diskussion aus

Westerwelle als möglicher Namensgeber : Namensvorschlag für Bonner Viktoriabrücke löst Diskussion aus

Geht es nach der Bonner FDP, wird die Viktoriabrücke nach dem verstorbenen Politiker Guido Westerwelle benannt. In der Kommunalpolitik haben die Liberalen damit zumindest eine muntere Debatte ausgelöst.

Die Bonner Ratsfraktionen sind bezüglich des Vorschlags der FDP, die Viktoriabrücke nach dem früheren Außenminister Guido Westerwelle zu benennen, geteilter Meinung. Vergangenen Freitag teilten die Freidemokraten mit, dass das Bauwerk nach der geplanten Fertigstellung Ende nächsten Jahres den Namen des ehemaligen Bonner Bundesministers tragen soll.

Die Bonner SPD ist von dem Vorschlag irritiert. „Wir hätten uns – wie es bei Namensgebungen von öffentlichen Straßen und Plätzen üblich ist – gewünscht, vorher angefragt zu werden“, sagt der Vorsitzende Enrico Liedtke. Grundsätzlich verweigere sich die Bonner SPD nicht, Guido Westerwelle in seiner Heimatstadt zu würdigen. „Ob es gleich eine so herausgehobene Brücke sein muss, sehen wir eher skeptisch. Dies würde seiner Bedeutung im Vergleich zu den Straßen, die beispielsweise nach ehemaligen Bundeskanzlern benannt sind, nicht gerecht“, so Liedtke. Zudem müsse die Viktoriabrücke im Falle einer Umbennung gemäß ihrer jetzigen Namenspatronin ohnehin eine weibliche Namensgeberin bekommen.

Westerwelle war Brückenbauer

Auch der Bürgerbund Bonn lehnt den Vorschlag der FDP ab. „Im Vergleich zu der politischen Lebensleistung anderer Namensgeber von Bonner Brücken wie Adenauer, Reuter oder Ebert, hat Herr Westerwelle nicht Vergleichbares vorzuweisen“, so Fraktionssprecher Marcel Schmitt. Er solle daher anders geehrt werden. Alleine aus historischer Sicht lehnt der Bürgerbund Bonn den Antrag ab. „Dort wo die 1903/1904 erstmals entstandene Brücke die Bahngleise quert, war früher schon die Viktoriastraße“, sagt Schmitt. Diese Straße wurde nach Victoria Adelaide Mary Louisa von Sachsen-Coburg und Gotha (1840-1901) benannt, die mit dem 99 Tage-Kaiser Friedrich III. verheiratet war.

„Da die Brücke in der Gründerzeit wie das Baumschulviertel entstand, sollte der Name beibehalten werden“, sagt Schmitt auf GA-Nachfrage. Die Grünen äußern sich zunächst nicht zum Vorschlag der FDP. „Wir haben den Antrag in der letzten Woche zur Kenntnis genommen und werden diesen in unserer ersten Fraktionssitzung nach der Sommerpause beraten“, so Brigitta Poppe-Reiners, Fraktionssprecherin der Grünen, auf GA-Nachfrage. Auch die Linksfraktion äußert sich bislang nicht. Die CDU hingegen unterstützt den Antrag der FDP. „Guido Westerwelle hat viel für Bonn gemacht und sich in besonderer Form für das August-Macke-Haus am Fuße der Brücke eingesetzt“, so Fraktionsvorsitzender Klaus-Peter Gilles. Zudem sei eine Umbenennung der Brücke unproblematisch, da es dort keine direkten Anwohner mit Postadressen gibt. Dadurch würden keine Kosten entstehen.

Antrag wird in der nächsten Sitzung diskutiert

„Mit diesem Vorschlag belasten wir also weder Bonner Bürgerinnen und Bürger noch die Stadt. Auf der anderen Seite ehren wir das Engagement von Guido Westerwelle für seine geliebte Heimatstadt“, begründet Franziska Müller-Rech, Kreisvorsitzende der FDP Bonn, den Vorschlag. Westerwelle sei ein Brückenbauer durch und durch gewesen. „Guido Westerwelle war ein Kind der Bonner Altstadt am Fuße der Viktoriabrücke“, sagt Werner Hümmrich, Oberbürgermeister-Kandidat der Bonner FDP. Er habe zuletzt unweit der Brücke in der Bornheimer Straße gewohnt.

Der Antrag wird in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung am 25. August behandelt.