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GIZ-Akademie in Röttgen: Neubau für eine Lernlandschaft

GIZ-Akademie in Röttgen : Neubau für eine Lernlandschaft

Am Dienstag wird der Grundstein für die GIZ-Akademie gelegt. Investitionen von 28 Millionen Euro sind geplant.

In der Wehrhecke in Röttgen geht es aus bautechnischer Sicht mit großen Schritten voran: Der Aus- und Weiterbau der ehemaligen Andreas-Hermes-Akademie durch die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) zur Bildungsstätte für ihre Fach- und Führungskräfte erfährt am kommenden Dienstag die nächste Baustufe mit der Grundsteinlegung des Neubaus.

Max Teuber, zuständig für die Bonner Liegenschaften der GIZ, sagte gestern, in den kommenden zwei bis drei Monaten werde die geplante Tiefgarage entstehen sowie der komplette Holzständerbau hochgezogen. „Das geht also ziemlich fix. Der anschließende Innenausbau dauert wesentlich länger.“ Bis zum Spätsommer 2017 soll die komplette Anlage stehen und praktisch bezugsfertig sein. Insgesamt hat die Gesellschaft, die in Bonn an mehreren Standorten vertreten ist, vor, inklusive Ankauf, Sanierung und Neubau 28 Millionen Euro in ihre Akademie zu stecken.

Dort sollen künftig nach Auskunft von Andreas Baaden aus der GIZ-Unternehmenskommunikation 1300 Fach- und Führungskräfte auf ihre Auslandseinsätze vorbereitet werden. Es wird zudem ein Kursangebot für Mitarbeiter geben. Der Neubau dient als Lernzentrum, in dem sich die Mitarbeiter auf ihre künftige Arbeit vorbereiten können.

Kohlendioxidfreier Betrieb

Baaden: „In vielen Ländern herrschen schließlich andere Gepflogenheiten als in Deutschland. Es ist wichtig, zu wissen, wie man sich dort verhält.“ Zwei oberirdische Vollgeschosse hat das Büro Waechter + Waechter Architekten aus Darmstadt für ein Didaktikzentrum, Seminarräume und eine „Lernlandschaft“ mit unterschiedlichen Lernstationen geplant. Der moderne Bau soll 70 Prozent des Kälte- und Wärmebedarfs aus erneuerbaren Energien decken, kohlendioxidfrei zu betreiben und völlig barrierefrei zu erreichen sein.

Die Liegenschaft in der Wehrhecke verfügt auch über einen Bestandsbau. Die frühere Landjugend-Akademie (siehe Kasten) wird seit September vergangenen Jahres saniert. Teuber geht davon aus, dass der Altbau bis zum Herbst komplett auf Vordermann gebracht ist. Kantine und Küche seien bereits fertig. Es fehlten allerdings noch einige technische Einbauten.

Unterkünfte für Akademiegäste

Das Hauptgebäude und die beiden angegliederten Doppelhäuser dienen nach der Fertigstellung als Wohnunterkünfte für die Akademiegäste. 63 Gästezimmer, vier Familienwohnungen, Büros, Gastronomie, ein Veranstaltungs- und Begegnungsräume und eine Kinderbetreuungseinrichtung für die Seminarteilnehmer entstehen an dieser Stelle. 60 Prozent der Teilnehmer werden in Krisengebiete versetzt, „in einen fragilen Kontext“, nennt das Teuber.

In vielen Fällen gehen die Mitarbeiter mit ihren Familien ins Ausland. „In solchen Fällen bestehen wir darauf, dass auch die übrigen Familienmitglieder erfahren, was sie erwartet. Schließlich wollen wir sicher stellen, dass sie für die Vertragszeit im Ausland optimal vorbereitet sind“, erklärte Teuber.

Wenn im kommenden Jahr die letzten Arbeiten in der Akademie zu Ende gegangen sind, erfolgt der Umzug aus dem bisherigen Domizil, dem Uhlhof in Bad Honnef. Einige der dortigen Mitarbeiter haben bereits in den Mäanderbau der GIZ nach Bonn gewechselt, so Teuber.