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Haltestelle UN-Campus: Neue Radservicestation gegen die platten Reifen

Haltestelle UN-Campus : Neue Radservicestation gegen die platten Reifen

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub hat eine neue Radservicestation am UN-Campus eröffnet. 90 Prozent aller Fahrrad-Reparaturen lassen sich an der Säule durchführen.

Wer kennt es nicht? Man fährt mit dem Rad durch die Stadt und plötzlich macht der Reifen schlapp. Fahrradpumpe und Werkzeug sind dann meist nicht in Sichtweite. Eine Radservicestation am Bahnhof UN-Campus soll nun Abhilfe schaffen.

Am Freitagmorgen hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) die 1,60 Meter hohe Säule in Betrieb genommen. „Das defekte Fahrrad kann man hier wie in einer professionellen Fahrradwerkstatt aufhängen. Hochwertiges Werkzeug ist an Stahlseilen befestigt und steht für Reparaturen zur Verfügung“, sagt Bernhard Meier, während er das Ventil an die Pumpe schließt. „Ein platter Reifen am Fahrrad war schon oft der Beginn einer langen und qualvollen Schrottradkarriere.“ Davon zeugten auch die vielen Fahrradleichen in der Nähe von Bahnhöfen, so Meier. Der 2. Vorsitzender des ADFC-Kreisverbandes Bonn/Rhein-Sieg richtet seinen Blick auf das seitlich eingelassene Manometer und betätige die Fußpumpe. Die nun einströmende Luft gibt dem Reifen seine Form zurück. „Unsere Servicestation schafft Abhilfe. Ein platter Reifen, eine verkeilte Kette oder ein rappelndes Schutzblech sind hier schnell repariert“, erklärt Meier.

Wunsch nach weiteren Stationen

„Es wäre gut, wenn an allen größeren Fahrradabstellanlagen in der Stadt solche Stationen aufgestellt würden“, fordert Carsten Heinrich. Der ADFC-Aktive hatte damals den Förderantrag bei der Stadt eingereicht. Über 2500 Euro soll die Reparaturstation inklusive Werkzeug und Aufstellung gekostet haben. Zum großen Teil sei das Projekt durch den Ausschuss für Internationales und Wissenschaft der Bundesstadt Bonn gefördert worden, so ADFC-Pressesprecher Axel Mörer. Gebaut wurde die Servicestation von der Caritas Betriebs- und Werkstätten GmbH in Eschweiler. Nach Einschätzung der Caritas Betriebs- und Werkstätten (CBW) können an der Radservicestation rund 90 Prozent aller anfallenden Reparaturen am Fahrrad selbst vorgenommen werden. „Die Station bietet auch Reparaturhilfe für Rollstühle und Kinderwagen“, sagte CWB-Mitarbeiterin Gita-Maria Sauri. „Es freut mich sehr, dass mit der Radservicestation eine Anlaufstelle für Radfahrer geschaffen wurde, die das Fahrradfahren noch um einiges attraktiver macht, da sich im Notfall eine zentrale Möglichkeit für kleinere Reparaturen bietet“, sagte Bezirksbürgermeisterin Brigitta Poppe-Reiners. Die Grünen-Politikerin versprach eine Beschleunigung der zukünftigen Anträge, die den städtischen Radverkehr betreffen. Unterstützung bekam der ADFC auch vom Stadtplanungsamt. „Die Station ist ein guter Service für Radfahrende und ein weiterer Baustein auf dem Weg, den Radverkehr in Bonn voranzubringen“, freute sich Sonja Kemena.

Der ADFC Bonn/Rhein-Sieg, in dem über 6.500 Radfahrer organisiert sind, hatte bereits eine Radservicestation am Campus Klein-Altendorf der Uni Bonn in Rheinbach aufgestellt. Eine weitere soll in Kürze am Bahnhof Kall in der Eifel folgen.