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Neuer Fahrstuhl für den Bonner Hauptbahnhof an der Quantiusstraße

Arbeiten an der Quantiusstraße : Neuer Fahrstuhl für den Bonner Hauptbahnhof

In der Nacht zu Donnerstag haben Arbeiter das sogenannte Mundhaus für den neuen Fahrstuhl an der Quantiusstraße aufgestellt. Die Südunterführung wird nun zum Engpass.

Der Aufzug des Bonner Hauptbahnhofs an der Quantiusstraße soll bald wieder funktionieren. In der Nacht zu Donnerstag hat eine Spezialfirma im Auftrag der Deutschen Bahn das sogenannte Mundhaus eingesetzt. Um das mehrere Tonnen schwere Stahlgerüst, in dem später der Aufzug hoch- und runterläuft, aufzustellen, musste die Straße gesperrt werden. Zudem gibt es einen Antrag, das benachbarte neue Parkhaus, wenn es fertig ist, auch für Fahrräder auszustatten. Und: Die Südunterführung ist bis Samstag noch Engpass mit Rangeleien zwischen Bahnen und Autos.

Angesetzt waren für die Aufzugsarbeiten rund sieben Stunden. Die Arbeiter, die jedes Jahr rund 60 solcher Fahrstühle bauen, drückten jedoch dank ihrer Routine ordentlich aufs Tempo: Nach gut drei Stunden waren sie schon fertig und rückten ohne Zwischenfälle wieder ab. Dadurch hielten sich auch die Verkehrsbeeinträchtigungen in Grenzen. So war die Quantiusstraße auch für Busse der Stadtwerke Bonn gesperrt, weil ein Autokran die Strecke blockierte. Er hob das Gerüst, das auf einem Laster angeliefert worden war, in den Schacht ein.

Seit April ist der Fahrstuhl, der die Personenunterführung mit der Quantiusstraße verbindet und somit auch Rollstuhlfahrern ermöglicht, sie zu passieren, außer Betrieb. Aber auch zuvor hatte der Lift regelmäßig für Beschwerden gesorgt. Immer wieder machte er Probleme und fiel teilweise mehrere Tage aus. Für die Bahn sei das Anlass gewesen, ihn „turnusmäßig zu tauschen“, wie ein Sprecher des Unternehmens erläutert. Demnach würden rund 400.000 Euro investiert.

Restliche Technik wird im kommenden Monat eingebaut

Im kommenden Monat soll laut Deutscher Bahn die restliche Technik für den neuen Aufzug, der sich in der Funktion vom alten nicht unterscheidet, eingebaut werden. Dass der Austausch so lange dauert, begründet die Bahn damit, dass die gesamte Maschinentechnik eine Spezialanfertigung sei. Bis Ende des Jahres soll der Fahrstuhl wieder laufen.

Unterdessen gibt es für das frühere DB-Parkhaus an der Quantiusstraße einen Antrag in der Bezirksvertretung Bonn. Wie berichtet, soll das Bauwerk, das der Projektentwickler GBI Holding AG mit Sitz in Frankfurt erworben hatte, abgerissen werden. Ursprünglich war ein Hotel mit Tiefgarage geplant, stattdessen soll es nun eine Hochgarage geben, deren Traufhöhe sich nach den Nachbarbauten richtet.

 Engpass in der Südunterführung: Das Auto hat sich festgefahren und Kratzer davongetragen. Die Bahn bleibt unbeschädigt.
Engpass in der Südunterführung: Das Auto hat sich festgefahren und Kratzer davongetragen. Die Bahn bleibt unbeschädigt. Foto: Richard Bongartz

Laut des CDU-Antrags soll das neue Parkhaus nicht ausschließlich zum Abstellen von Autos, sondern auch von mehr als 1000 Fahrrädern genutzt werden. „Nach Herstellung des PKW- und Fahrradparkhauses werden alle Fahrradabstellanlagen in der Quantiusstraße entfernt und diese Flächen künftig für Außengastronomie und als Kurzzeit-Haltebuchten für den Hol- und Bringverkehr von DB-Nutzern beziehungsweise die Belieferung der ansässigen Gewerbebetriebe genutzt“, heißt es im Beschlussvorschlag. Das würde auch bedeuten, dass es dort künftig weniger zu Diebstählen und zerstochenen Reifen kommt. Die neuen Kurzzeit-Haltebuchten sollen so konzipiert werden, dass sie im Falle eines notwendigen Schienenersatzverkehrs auch dafür genutzt werden können.

Unabhängig von der Sperrung kommt es dieser Tage immer wieder zu Staus und Gerangel. Denn wegen Gleiserneuerungen an der LVR-Klinik fahren die Bahnen der Linie 61 noch bis Samstag nur bis zur Poppelsdorfer Allee. Um dann umkehren zu können, fahren die Bahnen ein Stück weit in die Südunterführung, der Fahrer macht die Warnblinkanlage an und wechselt seine Kabine. Busse müssen so lange warten, mancher ungeduldige Autofahrer versucht aber, sich neben dem Zug in Richtung Hauptbahnhof durchzuquetschen. So kam es nach Auskunft von Stefanie Zießnitz von den Stadtwerken Bonn am Donnerstag kurz vor 11 Uhr zu einem Bagatellunfall, bei dem ein Wagen zerkratzt wurde – der erste Zwischenfall seit der Streckentrennung am 9. Oktober. Die Unfallaufnahme habe länger gedauert, „warum, wissen wir nicht“, so die Sprecherin.