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Hilfe für Bedürftige: Neues Tierarztmobil in Bonn unterwegs

Kostenpflichtiger Inhalt: Hilfe für Bedürftige : Neues Tierarztmobil in Bonn unterwegs

In seinem Bus hilft der Verein Europäischer Tier- und Naturschutz den Vierbeinern von bedürftigen Senioren in Bonn. Bei Erfolg wird das Projekt auch auf andere Städte ausgeweitet.

Für die jährliche Untersuchung des Haustieres beim Tierarzt samt Wurm- und Zeckenschutz ist man schnell mal mehr als 100 Euro los. Es gibt Halter, die sich das nicht leisten können. Bei Pflegediensten, in Seniorenbegegnungsstätten und auch einfach in Briefkästen von Wohnhäusern wurden ab Anfang Oktober Flyer verteilt, die sich an bedürftige Menschen ab 60 Jahren mit Haustieren richten: Der Verein Europäischer Tier- und Naturschutz (ETN)  mit Sitz in Much bewirbt damit sein neues Tierarztmobil, das jetzt in Bonn unterwegs ist.

Wenn sie eine Bedürftigkeit vorweisen können, sei es durch einen Wohngeldbescheid oder auch durch den Bonn-Ausweis, dann können Frauchen und Herrchen dort ihre Vierbeiner kostenlos behandeln lassen. Das Mobil fährt derzeit an zwei Tagen in der Woche drei Stationen an: Dienstags steht es von 14 bis 16 Uhr an der Borsigallee auf dem Brüser Berg, mittwochs von 11 bis 13 Uhr vor dem Quartiersmanagement Auerberg, Stockholmer Straße 23, und von 14 bis 16 Uhr an der Mehlemer Begegnungsstätte in der Utestraße 1. Ein weiterer Standort in Pennenfeld ist laut ETN-Pressesprecherin Julia Vasbender für den Dienstagvormittag im Gespräch. „Wir können uns vorstellen, das noch weiter auszuweiten“, sagt sie.

Die Senioren können ihre Patienten dann zu den jeweiligen Standorten bringen: Behandelt werden Hunde, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, auch Frettchen und eingeschränkt Vögel. Reptilien und andere – etwa Fische – werden Vasbender zufolge an Spezialisten überwiesen. Sie empfiehlt gerade in Coronazeiten, sich vorab telefonisch unter 0157/37293463 bei Tierärztin Claudia Liliana Gomez Hernandez zu melden. Nach Absprache macht sie auch Hausbesuche.

Gomez ist ausgebildete Tierärztin, hat aber in den letzten drei Jahren in der Humanmedizin gearbeitet. Sie meldete sich auf die Stellenausschreibung des Vereins. „An meiner Arbeit gefällt mir besonders, dass ich sowohl den Tieren als auch den bedürftigen Menschen helfen kann“, erklärt sie ihre Motivation. „So kann ich nicht nur im Tierschutz, sondern auch sozial tätig sein. Ich habe eine sinnvolle Arbeit gesucht, die mich erfüllt, deshalb habe ich mich für dieses Projekt beworben.“

Die Idee zum Tierarztmobil hat ihren Ursprung im Hundedoc-Mobil, das seit mehr als zehn Jahren in Berlin unterwegs ist. Der Verein unterstützt auch dieses Angebot finanziellt. Der Hundedoc kümmert sich um Tiere von obdachlosen Jugendlichen. Ein anderes wachsendes Problem ist die Altersarmut, sagt Vasbender. „Für Senioren gibt es ein Projekt in dieser Form eigentlich noch nicht.“ Deshalb habe man sich diese Altersgruppe für das Tierarztmobil ausgeguckt.