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Dirtbike-Park in Dottendorf: Nicht jeder Anwohner freut sich

Dirtbike-Park in Dottendorf : Nicht jeder Anwohner freut sich

Ein Raunen ging am Samstag durch die Menge, als der siebzehnjährige Daniel Weiler mit seinem Fahrrad einen Salto rückwärts über eine Rampe machte. Seit vier Jahren fährt Weiler nun Dirtbike - und sieht in dem neuen Dirtbike-Park in Dottendorf einen vielversprechenden Trainingsplatz.

Einen Trainingsplatz mit zahlreichen Hügeln und Rampen, Kurven und Rasen zum Ausruhen, auf denen am Samstag bei der Eröffnungsfeier ein Dirtbiker nach dem anderen sein Können vorführte.

Es ist ein Platz, um den zwei Jahre lang gekämpft wurde - und unter dessen Realisierung Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch bei seiner Eröffnungsrede offiziell einen Haken machte und die auch Bezirksbürgermeister Helmut Kollig begrüßte. "Es war ein langer und harter Kampf mit viel Arbeit rund um wissenschaftliche Daten, Lärmschutzgutachten und politischer Überzeugungsarbeit", sagte Initiatorin und Mutter Ruth Hemmersbach.

Das Besondere: Den Hauptteil der Arbeit übernahmen die Jugendlichen. Sie seien es gewesen, die OB Nimptsch um die Realisierung eines Dirtbike-Parks baten, die die Erde zu Hügeln aufschütteten und sie mit Schaufeln festklopften, so Hemmersbach. Eine wesentliche Rolle spielte dabei der Radsportverein Sturmvogel.

Der Verein richtete eine Dirtbike-Abteilung ein und nahm die bürokratischen Angelegenheiten rund um die Genehmigung des Parks in die Hand. "Das kontinuierliche Engagement der Jugendlichen ist wirklich bewundernswert", lobte Jörg Homann vom Verein Sturmvogel die Aktivitäten.

"Das lässt darauf hoffen, dass die Jungs bei der Sache bleiben und über längere Zeit in unserem Verein aktiv sind." Finanziert mit Spendengeldern der Bürgerstiftung Bonn, der Bürgerstiftung Rheinviertel und zahlreichen anderen Sponsoren ist der Dirtbikepark von nun an jeweils von 9 bis 22 Uhr ein öffentlicher Platz.

Gerade daran stören sich einige Anwohner in Dottendorf. "Wir sind wegen der Ruhe in dieser Straße hierher gezogen. Es fängt ja jetzt schon an, dass der Wendehammer zugeparkt ist und die Benutzer des Parks unsere Straße statt der vorgesehenen Kessenicher Straße als Anfahrt nutzen. Die meisten Besucher kommen auch gar nicht aus Dottendorf", sagte ein Anwohner des Ollenwegs.

Andere Anwohner sehen den Park dagegen vielmehr als einen Gewinn: "Kinder aus allen Stadtteilen haben hier die Möglichkeit, zusammenzukommen. Ich bewundere das Engagement der Jugendlichen, außerdem vermeiden sie wirklich die Konfrontation, sind leise und halten sich an die Öffnungszeiten", sagte Rolf Quandt.