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Einführung des neuen Amtsgerichtsdirektors in Bonn: Nicht nur juristisch trifft Fabian Krapoth den richtigen Ton

Einführung des neuen Amtsgerichtsdirektors in Bonn : Nicht nur juristisch trifft Fabian Krapoth den richtigen Ton

Der neue Amtsgerichtsdirektor Fabian Krapoth ist nach einer Feierstunde nun auch offiziell im Amt. Der Musikliebhaber hat die langjährige Direktorin Birgit Niepmann abgelöst.

Er ist bereits seit ziemlich genau sieben Monaten im Amt. Am Freitagmorgen wurde der neue Amtsgerichtsdirektor Fabian Krapoth nun bei einer Feierstunde von den Präsidenten des Kölner Oberlandesgerichts, Bernd Scheiff, und des Bonner Landgerichts, Stefan Weismann, auch offiziell an der Spitze des Bonner Amtsgerichts begrüßt.

Nach rund achteinhalb Jahren an der Spitze des Hauses hatte sich die langjährige Direktorin Birgit Niepmann bereits am 1. März in den Ruhestand verabschiedet. Krapoth war von der Spitze des Amtsgerichts Waldbröl, das er rund zehn Jahre als Direktor geleitet hatte, an den Rhein zurückgekehrt. Der im Oberbergischen Geborene hatte nach seinem Studium und der Promotion an der Universität Regensburg in der Bundesstadt seine Laufbahn als Richter begonnen. In Bonn war Krapoth unter anderem als Pressesprecher und Personaldezernent tätig.

Dass Amtseinführungen keine trockene Sache sein müssen, bewies Krapoth den zahlreichen Gästen aus Justiz, Politik und Verwaltung mit Bravour: Stellenweise wirkten seine Dankesworte eher wie eine gelungen Stand-Up-Comedy als wie eine klassische Einstandsrede. Noch lieber als Reden ist dem Juristen aber nach eigenem Bekunden das Musizieren. So spürte man deutlich, dass es ihn immer wieder juckte bei einer der beiden Bands mitzumischen, die das musikalische Rahmenprogramm bestritten.

Sowohl „Brass for Fun“ als auch die „Courthouse Five“ sind keine kommerziellen Combos – die Musiker rekrutieren sich ausschließlich aus Juristen der Region. Musikalische Anspielungen konnte sich so auch kaum einer der Laudatoren verkneifen: Dass Krapoth in seiner Amtsführung immer den richtigen Ton treffe, war eine immer wieder geäußerte Metapher.

Grußworte kamen außer von den beiden genannten Gerichts-Präsidenten auch von Vertretern der Stadt, der Staatsanwaltschaft sowie aus den Reihen der Bonner Anwälte und Notare. Neben vielen Komplimenten an die scheidende Direktorin und den neuen Direktor wurde auch ein wenig Kritik geübt: Der Sprecher der Bonner Notare, Peter Baumann, ein ehemaliger Kommilitone Krapoths aus Regensburger Studientagen, wünschte dem neuen Direktor, dass er die dünne Personaldecke aufstocken könne, um lange Bearbeitungszeiten, wie zum Beispiel bei der Eintragung einer Grundschuld künftig zu verkürzen.

Hierarchie „wie zur Kaiserzeit“

Die Vorsitzende des Richterrats am Amtsgericht, Nuriye Alkonavi, bemängelte, dass es in den Gerichten noch heute eine Hierarchie gebe „wie zur Kaiserzeit“. Dass aber auch die aus ihrer Sicht nicht ausreichend demokratischen Auswahlverfahren zu positiven Ergebnissen bei der Besetzung führen könnten, sehe man an dem aktuellen Direktor und seiner Vorgängerin.

Niepmann hatte ihre Laufbahn als Richterin 1981 begonnen. 1991 entdeckte sie ihre berufliche Leidenschaft für das Familienrecht und arbeitete seither – nur von einem kurzen Intermezzo im Strafrecht unterbrochen – durchgängig als Familienrichterin. Sie ist Mitautorin eines Standardwerks zum Unterhaltsrecht. Niepmann stand seit 2013 dem Bonner Amtsgericht als Direktorin vor.