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Kommentar zu Erster Hilfe in Bonn: Nicht reden, helfen!

Kommentar zu Erster Hilfe in Bonn : Nicht reden, helfen!

Dass Bürger in Notfällen Angst haben, Fehler zu machen, ist normal. Es entbindet sie nicht von der Verpflichtung, ihr Bestes zu geben, meint GA-Mitarbeiter Dennis Sennekamp.

Wenn es um Erste Hilfe geht, ist kein Platz für Ausflüchte. Allzu oft kommen die Egoisten, Drückeberger und Zweifler der Gesellschaft während Notsituationen mit scheinheiligen Argumenten und Mythen um die Ecke, wie „Da stehen zig Leute – da ist sicher jemand, der es besser kann“ oder „Wenn ich etwas falsch mache, werde ich dafür nachher noch belangt“. Beides ist absoluter Humbug. Wer nicht hilft, sollte sich schämen, nimmt man im Extremfall aufgrund mangelnder Zivilcourage einem Menschen die Chance auf das Leben.

Nicht ohne Grund ist unterlassene Hilfeleistung ein Straftatbestand. Das Eingreifen mutiger Bürger ist ein elementarer Bestandteil unseres Rettungssystems sowie eine moralische Pflicht. Wenn dieser Grundbaustein entfällt, bricht das gesamte System in sich zusammen. Erste Hilfe beschränkt sich nämlich nicht nur auf die Erstbehandlung des Opfers, sondern auch auf das Absetzen des Notrufs und gegebenenfalls die Sicherung einer Unfallstelle.

Natürlich darf man in solchen Situationen Angst haben und selbstverständlich steigt der Adrenalinspiegel ins Unermessliche. Aber wenn man gar nichts tut, macht man im Zweifel mehr falsch, als wenn man vielleicht etwas unbeholfen sein Bestes gibt. Und was sind schon ein paar Minuten der Aufregung, wenn man damit einer verunglückten Person womöglich mehrere glückliche Lebensjahre verschaffen kann?

Man stelle sich das doch einmal vor: Man ist in der Öffentlichkeit unterwegs, und plötzlich passiert ein unvorhergesehenes Unglück. Einen kurzen Moment später liegt man selbst am Boden, unfähig sich aus eigener Kraft zu helfen und sich aus der unter Umständen lebensbedrohlichen Lage zu befreien. Genau dann ist jeder von uns auf die Courage seines Umfelds angewiesen. Auch die, die bisher nie über ihren Schatten springen konnten, um anderen zu Hilfe zu eilen.