Stand-up-Paddler auf dem Rhein Nichts für blutige Anfänger

Bonn · Stand-up-Paddler kennt man vielleicht aus dem Urlaub, aus Kalifornien oder Süd-Frankreich. Aber auf dem Rhein? Am späten Montagabend haben wir einen Paddle Boarder mitten auf dem Rhein beobachtet.

 California-Boy auf dem Rhein: Ruhig gleitet der Pedal Boarder den Rhein runter Richtung Hersel. Hin und wieder gleitet er zum Schwimmen ins Wasser.

California-Boy auf dem Rhein: Ruhig gleitet der Pedal Boarder den Rhein runter Richtung Hersel. Hin und wieder gleitet er zum Schwimmen ins Wasser.

Foto: Cem Akalin

Majestätisch gleichgültig fließt der Rhein durch die sattgrüne Landschaft. Der Mann, der da in seinen blauen Hawaii-Shorts auf einem Surfbrett steht und sich von der Strömung gleiten lässt, fühlt sich wahrscheinlich in diesem Moment wie der König der Welt. Weit und breit kein einziges Schiff zu sehen. Ganz weit am Horizont schnauft ein einzelner Schlepper gegen die Strömung. Noch weit weg. Elegant lässt sich der junge Mann ins Wasser gleiten, schwimmt ein Stück mitten im Strom, neben sich sein Board. Der Stand-Up-Paddler (SUP) scheint genau zu wissen, was er tut. Zielsicher steuert er das Herseler Ufer an – und erreicht es, bevor das Rheinschiff auf seiner Höhe ist.

Paddle-Boarding auf dem Rhein? Ist das überhaupt erlaubt? „Solange man die Verkehrsregeln beachtet, darf jeder ein muskelbetriebenes Fahrzeug auf dem Rhein benutzen – sinnvollerweise am Rand“, sagt Thomas Isselbächer von der Bonner Wasserschutzpolizei, der sich selbst wundert, dass es funktioniert. Denn der Rhein ist nicht ohne! „Das ist nicht ganz einfach“, so Isselbächer, der indes Anfänger davor warnt, zu unbedacht mit dem Board auf den Rhein zu gehen.

Das tut auch auch Thorsten Kegler. Der erfahrene Surfer bietet Workshops in Köln an: „Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass sich viele total überschätzen und nach ein paar Übungen auf dem Baggersee gleich auf den Rhein wollen. Davon rate ich dringend ab.“ Kegler bietet Kurse an, damit die Wassersportler so viel Sicherheit bekommen, „dass sie nicht gleich absaufen“, wie er lächelnd zufügt.

Auf dem Rhein gibt es die Fahrrinnen, die starke Fließgeschwindigkeit und den Wellengang von Schiffen zu beachten, aber auch die berüchtigten Strudel. Nicht umsonst warnt die Stadt Bonn immer wieder vor dem Schwimmen im Strom.

„Auf jeden Fall sollte man nichts machen, was sich und den Schiffsverkehr gefährdet“, warnt Kegel und bittet die wachsende Fanschaft des stehenden Paddelns auf dem Surfbrett, sich nicht auf eigene Faust auf den Rhein zu begeben, wenn man nicht über genügend Erfahrung verfügt. Kegel: „Wenn was passiert, ist das schon schlimm. Aber wenn man immer wieder den Schiffsverkehr in Bedrängnis bringt, dann läuft man Gefahr, dass das Paddle-Boarding irgendwann verboten wird, und das fände ich echt schlimm.“

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