1. Bonn
  2. Stadt Bonn

Nico Mono: Bonner Musiker veröffentlicht besondere Single

Bonner veröffentlicht Mutmach-Single : Musiker Nico Mono will die Bonner zum Lächeln bringen

„Am Ende jeder Straße“ heißt der neue Song des Bonner Musikers Nico Mono. Hätte es keine Pandemie gegeben, wäre das Stück vielleicht niemals erschienen.

Ohne Corona wäre der neue Song von Nico Mono vielleicht nie erschienen. „Ich habe ihn letztes Jahr auf meiner Festplatte wiedergefunden“, erzählt der Musiker, der eigentlich Nicolaj Meyer heißt, am Telefon. „Er ist schon relativ alt, aus einer Zeit als Corona vor allem als Bier bekannt war.“ Als er ihn wieder hörte, hatte er ein gutes Gefühl. „Dann dachte ich: Jetzt ist es Zeit, dass das Ding rauskommt“, sagt er. „Vielleicht zaubert er auch anderen Leuten ein Lächeln ins Gesicht.“

„Am Ende jeder Straße“ heißt das Stück, das eine Mischung aus Pop und Indie-Rock ist. „Am Ende jeder Straße kommt ne Kurve, und die kriegst du“, singt Meyer darin. Jeder kenne das doch: Den Punkt, an dem man glaubt, ganz unten angekommen zu sein. Er habe das selbst erlebt. „Es war eine Mischung aus dem Ende einer Beziehung und beruflicher Perspektivlosigkeit“, sagt Meyer, der seit zwei Jahren in Bonn lebt. Auch wenn der Horizont augenscheinlich nichts verspreche, könne jederzeit eine Kurve kommen, hinter der neue, bessere Dinge warten: ein neuer Partner, ein neuer Job oder die Freiheit vor Corona.

„Das Virus hat mich und alle anderen komplett ausgebremst“, sagt der Künstler. Er arbeitet als Journalist bei einer Tageszeitung und macht nebenbei Musik. „Es tut mir vor allem für die Kollegen leid, bei denen es um die Existenz geht.“

Konzert im Stream nicht vergleichbar mit Live-Auftritt

Meyer fehlen die Live-Auftritte, ein Konzert zu streamen, das sei einfach nicht dasselbe. „Du gibst Energie rein und bekommst relativ wenig zurück“, sagt er. „Trotzdem ist es eine tolle Sache, zu wissen, dass man die Menschen aus dem Alltag rausgeholt hat.“ Aber vergleichbar mit einer Live-Show sei es eben nicht. „Danach bin ich k.o.“, sagt Meyer. „Aber ich kriege mental so viel Energie.“

Er habe in der Corona-Zeit einen „positiven Gleichmut“ entwickelt, sagt Meyer. Das Virus habe die Menschen gelehrt, gelassener zu sein und sie empfänglicher für das kleine Glück gemacht – etwa ein Spaziergang an einem sonnigen Tag im Januar. Aber jeder wünsche sich vermutlich, mal Corona-Urlaub zu haben. „Ich hoffe, ich kann bald wieder Konzerte spielen und meine Freunde und Familie sehen.“

Meyer ist vor zwei Jahren nach Bonn gezogen. An den Rhein zog es ihn, weil einige seiner besten Freunde in Bonn leben. „Ich finde es außerdem eine tolle Stadt“, sagt Meyer. Geboren ist es er in Brühl, aber nicht im Phantasialand, wie er betont. Zum Studium ging er nach Trier und war dort mit Band, aber auch solo, auf vielen Bühnen unterwegs. In dieser Zeit entstand auch der Song „Amsterdam“.

Das Video zum neuen Stück ist in einer Wohnung in Endenich entstanden. Darin ist ein Mann zu sehen, der im Homeoffice arbeitet. „Er sieht erst mal gut gelaunt aus, ist aber leer und müde vom Alltag daheim“, sagt Meyer. Im Laufe des dreieinhalbminütigen Videos heitert sich seine Stimmung aber auf. „Das Video hat vor allem den Anspruch zu amüsieren“, sagt der Musiker.

Auch Meyer ist darin zu sehen. Er erscheint auf dem Fernseher des Mannes, der von einem von Meyers Kumpels dargestellt wird. Zusammen haben sie auch das Konzept für das Video erarbeitet und es gedreht. „Für uns war die Frage: Wie können wir das coronakonform machen und mit möglichst wenigen Personen umsetzen?“, sagt Meyer. Am Ende waren nur die beiden am Dreh beteiligt.

Ausgerüstet mit FFP2-Masken und Desinfektionsspray machten sie sich an die Arbeit. Neben Endenich filmten sie auch in Beuel – nämlich die Szenen, in denen Meyer zu sehen ist. „Mein Kumpel kenne ich vom Laientheater“, sagt der Sänger. Der habe einen ausgezeichneten Job gemacht. „Wenn wir mal einen zweiten Take drehen mussten, dann wegen mir.“ Mit dem Ergebnis sei er sehr zufrieden, sagt Meyer. „Ich finde das sieht richtig gut aus.“

Song und Video erscheinen an diesem Freitag, 29. Januar. Wer Hilfe braucht, die Kurve zu kriegen, kann sie sich dann bei Nicolaj Meyer holen.