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Betrieb eingestellt, Routen verkürzt: Niedrigwasser im Rhein bereitet Personenschifffahrt Probleme

Betrieb eingestellt, Routen verkürzt : Niedrigwasser im Rhein bereitet Personenschifffahrt Probleme

Die Rheinfähre Mondorf und die Rheinnixe haben zwischenzeitlich ihren Betrieb eingestellt. Grund war in einem Fall eine technische Störung. Dennoch bereitet das Niedrigwasser der Personenschifffahrt Probleme.

Während Kommunen in der Region wie Euskirchen und Swisttal wegen der anhaltenden Trockenheit darüber nachdenken, das Autowaschen und das Befüllen von Pools zu untersagen, übt man sich in Bad Honnef und Königswinter in Gelassenheit. Dort gibt es bei den Versorgern keine Wasserknappheit. Auswirkungen hat das Niedrigwasser des Rheins hingegen auf die Personenschifffahrt. So fährt die Köln-Düsseldorfer im Linienverkehr nur noch von Köln bis Königswinter. Bei den Fähren gelten bisher aber keine Einschränkungen.

„Wir sind ganz entspannt“, sagt Jens Nehl, Technischer Vorstand der Bad Honnef AG (BHAG), die die Stadt mit Wasser beliefert. Zurzeit gebe es noch keine Probleme. In die Brunnen in Rheinnähe fließe reichlich Wasser nach. „Die Grundwasserströme aus dem Siebengebirge sind sehr ergiebig“, so Nehl. Aber auch die BHAG bekomme natürlich deutlich zu spüren, dass es heiß und trocken ist. Zurzeit liege der Wasserverbrauch in Bad Honnef bei 8000 bis 8500 Kubikmeter am Tag. Damit würden die Rekordwerte aus dem Supersommer 2003, als pro Tag mehr als 9000 Kubikmeter täglich verbraucht wurden, zwar nicht erreicht. Doch der normale Verbrauch von rund 7000 Kubikmetern werde deutlich übertroffen.

Clemens Türich, Geschäftsführer des Wasserbeschaffungsverbands Thomasberg (WBV), der mehr als 33.000 Einwohner im Bergbereich von Königswinter und den umliegenden Kommunen mit Wasser versorgt, sieht bisher ebenfalls keine Probleme. Allerdings verbrachte er am Wochenende einen Teil seiner Zeit am Hochbehälter Scharfenberg, um den Wasserstand zu überprüfen. „Bis jetzt ist dort alles gut. Man merkt aber natürlich, dass der Behälter mehr Durchsatz hat“, sagt er.

4703 Kubikmeter Mischwasser

Im Juli gingen dort durchschnittlich 4703 Kubikmeter Mischwasser am Tag weg. Im Januar oder Februar liege dieser Wert bei nur 3630 Kubikmetern. Der bisherige Rekordwert dieses Sommers wurde dabei nicht etwa am heißesten Tag, sondern am 6. Juli, einem Freitag vor den Sommerferien, mit 5400 Kubikmetern erreicht. Das Mischwasser des WBV besteht zu rund 82 Prozent aus Grundwasser. Mit Hilfe von insgesamt sechs Brunnen im Lauterbach- und Teufelsarschbachtal fördert es der WBV. Der Rest stammt aus der Wahnbachtalsperre.

Zu den genannten Mengen kamen laut Türich im Juli 1025 Kubikmeter reines Wahnbachtalsperrenwasser für Orte wie Vinxel, Sankt Augustin-Birlinghoven, Hennef-Dambroich oder einige Bonner Ortsteile, sodass die Summe bei 5728 Kubikmetern gelegen habe – gegenüber 4400 etwa im Januar oder Februar. Aufgrund des hohen Grundwasseranteils an der Wassergewinnung des WBV könne es erst kritisch werden, wenn es zwei extrem trockene Sommer in Folge gebe. „Wir haben eine durchschnittliche Sickerungsrate von etwa zwei Jahren“, sagt Türich. So lange dauere es in der Regel, bis Niederschläge die Bodenschichten durchfließen und im Grundwasser ankommen.

Die Linienfahrten der Köln-Düsseldorfer (KD) Personenschifffahrt von Köln und Bonn enden in dieser Woche am Fuße des Drachenfels. „Wir fahren nur bis Königswinter und von dort wieder zurück nach Köln“, sagt Nicole Becker, bei der KD für Marketing und PR zuständig. Die Weiterfahrt nach Linz entfalle. „Die Schiffe fahren durch das Niedrigwasser sehr langsam und haben dadurch enorme Verspätungen“, so Becker. Königswinter mit Drachenfels und Sea Life sei eben das Hauptausflugsziel – hier werden auch unverändert Kombitickets für das Aquarium und die Drachenfelsbahn angeboten.

Regelung bis Sonntag

Die Regelung gelte zunächst bis zum kommenden Sonntag, 12. August. Danach werde man – nach einem möglichen Wetterwechsel – neu entscheiden. Bei Fahrten mit der MS Beethoven am 8. und 9. August sei zusätzlich die Mitnahme von Fahrrädern und Rollstühlen nicht möglich. „Der Steiger ist extrem schräg. Da kommt man mit Rollstühlen und Rädern die Rampe nicht mehr hoch“, sagt Becker.

Auf ihrer normalen Strecke von Bonn über Königswinter nach Remagen und Linz ist die Bonner Personenschifffahrt unterwegs. Allerdungs weist das Unternehmen darauf hin, dass es auch hier zu Verspätungen kommen kann.

Der Fährbetrieb ist bisher nicht betroffen. „Wir haben noch 40 Zentimeter Luft nach unten“, sagte ein Mitarbeiter der Rheinfähre Königswinter – Mehlem. Auch bei der Fähre Bad Godesberg – Niederdollendorf gelten keine Einschränkungen. Die Fähre Bad Honnef – Rolandseck nimmt nach Angaben ihres Geschäftsführers Frank Eschbach wegen des Niedrigwassers nur noch Fahrzeuge mit einem Gewicht von bis zu zehn Tonnen mit. In normalen Zeiten dürfen auch 40-Tonner auf das Schiff.

Rheinnixe stellt Betrieb ein

Die Rheinnixe hat ihren Verkehr eingestellt. Sie fährt seit Samstag nicht mehr. Normalerweise pendelt die Fähre zwischen Bonn und Beuel. Auf ihrer Internetseite verkündigte die Fährgesellschaft, dass sie "auf Grund von Niedrigwasser gezwungen wurde den Fährverkehr einzustellen".

Die anderen Fähren in Bonn und der Region fahren aber wie gewohnt.

Rheinfähre Mondorf defekt

Zudem musste die Rheinfähre Mondorf am Montagmorgen den Betrieb zwischenzeitlich einstellen. Die Fähre der Lux-Werft und Schifffahrt GmbH verkehrt normalerweise zwischen den Orten Bonn-Graurheindorf und Niederkassel-Mondorf.

Grund war nach Auskunft des Fährmanns Robert Funken eine technische Störung. Was genau defekt war, konnte er auf GA-Anfrage nicht sagen. Seit dem Montagmittag fährt die Fähre nun wieder. Zwischenzeitlich gäbe es aber immer mal wieder einen Stillstand, da die Monteure noch Arbeiten durchführen würden.

Der Ausfall der Fähre hatte keinen Einfluss auf den Verkehr über die Nordbrücke.