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Sparliste: Nimptsch bekräftigt: Stadt soll Kammerspiele aufgeben

Sparliste : Nimptsch bekräftigt: Stadt soll Kammerspiele aufgeben

Jürgen Nimptsch verteidigt den harten Sparkurs der Stadtverwaltung für das Theater Bonn. Das Ziel, den Zuschuss an Oper und Schauspiel bis 2023 um acht Millionen Euro zu kürzen, sei erreichbar, sagte der Oberbürgermeister am Freitag in einem Gespräch mit dem GA. Er bekräftigte den Vorschlag, die Kammerspiele in Bad Godesberg als städtische Spielstätte aufzugeben.

Schauspielchefin Nicola Bramkamp hatte den Vorstoß in einem offenen Brief kritisiert. Acht Millionen Euro könne man nur sparen, wenn man Schauspiel und Oper komplett aufgeben würde, schrieb sie. "Selbst nach einer Einsparung von acht Millionen Euro liegt der Zuschuss noch immer deutlich über dem, was andere Städte für ihre Häuser geben", hielt Nimptsch dagegen. In der laufenden Spielzeit überweist die Stadt 28,35 Millionen Euro ans Theater Bonn; außerdem trägt sie die Tarifkostensteigerungen der nächsten Jahre. Eine Eintrittskarte werde in Bonn mit 160 Euro bezuschusst, in Köln dagegen nur mit 133 und in Düsseldorf mit 124 Euro. Nimptsch: "Wenn andere Theater damit auskommen können, kann Bonn das auch, selbst wenn es nicht einfach wird."

Die Stadtverwaltung schlägt dem Rat vor, Theaterstücke künftig wieder im Opernhaus zu spielen. "Ursprünglich war in der Bundeshauptstadt angedacht, mit einer einzigen zentralen Spielstätte Am Boeselagerhof auszukommen. Das war ein funktionierendes Dreispartenhaus", sagte Nimptsch. Mit "überschaubaren Investitionen, zum Beispiel in die Bühne" könne das Opernhaus wieder theatertauglich gemacht werden. Die Verwaltung werde den nötigen Kostenaufwand untersuchen.

Für die Kammerspiele in Godesberg müsse eine andere Nutzung gefunden werden. "Besonders für Bühnentechnik und Elektrik besteht dort innerhalb der nächsten zwei, drei Jahre ein Sanierungsbedarf von mehreren Millionen Euro", so der Oberbürgermeister. "Mit der Schließung als Theater können wir das Geld einsparen." Die Spielstätten in Beuel stünden dagegen nicht zur Disposition, weil sie als Proben- und Werkstatträume gebraucht würden. Generalintendant Bernhard Helmich hat seit vorigem Jahr nach eigenen Angaben schon 2,5 Millionen Euro im Theateretat gespart. Weitere massive Kürzungen seien nur möglich, wenn man die Zahl der Spielstätten reduziere, erklärte er im Juli. Spielstätten in drei Stadtbezirken seien "auf Dauer nicht bezahlbar".

Eine Analyse der Sparvorschläge zum Theater wird der GA demnächst in der Serie "Bonn im Sparzwang" vornehmen.