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Kurfristiger Start ins Berufsleben: Noch 1500 freie Ausbildungsplätze in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis

Kurfristiger Start ins Berufsleben : Noch 1500 freie Ausbildungsplätze in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis

Im August und September startet in der Region das neue Ausbildungsjahr. Für Unentschlossene gibt es kurzfristig noch gute Chancen für den Berufseinstieg, denn viele Ausbildungsplätze sind noch unbesetzt. Ein Überblick.

Viele junge Menschen genießen aktuell die letzten Tage ihrer schul- und arbeitsfreien Zeit. Ab dem 1. August und dem 1. September schlagen die Uhren dann wieder anders: Die Arbeitswelt ruft und mit der Ausbildung beginnt für viele ein neuer Lebensabschnitt.

In Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis sind wenige Tage vor Ausbildungsstart noch viele Stellen unbesetzt. „Wir haben dieses Jahr einfach das Problem, dass durch Corona viele Orientierungsveranstaltungen für junge Menschen ausgefallen sind. Firmen und Betriebe konnten zudem nicht aktiv an Schulen für ihre Berufe werben“, erklärt Michael Pieck von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Bonn-Rhein-Sieg.

Zum Stichtag, dem 30. Juni, verzeichnete die IHK im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 24,4 Prozent an eingetragenen Ausbildungsverträgen. In Zahlen bedeutet das, dass es 2019 zu dieser Zeit 1.661 eingetragenen Ausbildungsverträge gab und in diesem Jahr insgesamt 1.256. Eine geringere Nachfrage an Auszubildenden gibt es dagegen nicht. „Grundsätzlich gibt es in allen Branchen, bis auf wenige Außnahmen, noch viele gute Möglichkeiten für einen Ausbildungsplatz“, sagt Ralf Steinhauer, Leiter der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Bonn.

Besonders viele Ausbildungsplätze gibt es in diesen Berufen:
- Kaufleute im Einzelhandel oder Büromangement
- Verkäufer
- Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r
- Anlagenmechaniker/in - Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
- Elektroniker/in - Energie- und Gebäudetechnik
- Koch/Köchin
- Fachinformatiker

Interessierte, die es eher außergewöhnlich mögen, können in Siegburg zum Beispiel noch eine Ausbildung zum Schornsteinfeger machen oder in Bonn das Handwerk eines Klavierbauers erlernen. „Der schnelle und kurzfristige Einstieg in die Arbeitswelt ist möglich. Interessierte sollten umgehend mit uns Kontakt aufnehmen. Zuvor kann man sich schon auf unserer Internetseite nach Ausbildungsstellen umsehen und sich informieren“, so Steinhauer.

Aktuell arbeitet die Agentur für Arbeit wegen Corona an einer digitalen Ausbildungsmesse. Dort sollen Firmen und Jugendliche miteinander in Kontakt kommen, die am 30. September noch nach einem Ausbildungsplatz beziehungsweise einem Auszubildenden suchen. „Zusätzlich bieten wir Branchen, die durch Corona besonders schwer getroffen wurden, an, ihre Ausbildung im Februar des kommenden Jahres zu starten“, sagt Steinhauer. Firmen aus diesen Bereichen, die gerne schon einen Auszubildenen einstellen würden, aber wegen der wirtschaftlichen Lage verunsichert sind, können Interessierte als Langzeitpraktikanten einstellen. Die Kosten übernimmt die Agentur für Arbeit und die absolvierte Praktikumszeit wird nachträglich mit der Ausbildung verrechnet.