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Norbert Blüm auf dem Alten Friedhof in Bonn beigesetzt

Prominente Trauergäste : Norbert Blüm auf dem Alten Friedhof in Bonn beigesetzt

Nach einer Trauerfeier am Dienstagvormittag in der Kirche St. Elisabeth in Bonn ist Norbert Blüm am frühen Nachmittag auf dem Alten Friedhof beigesetzt worden. Zu der Trauerfeier kamen auch bekannte Gesichter aus der Politik.

In Anwesenheit der engsten Angehörigen und politischer Prominenz ist am Dienstagnachmittag der Bonner Politiker Norbert Blüm auf dem Alten Friedhof bestattet worden. Die Trauerfeier davor fand in der Kirche Sankt Elisabeth statt. Von 10 bis 15 Uhr konnten die Bonner Bürger sich in ein Kondolenzbuch vor dem alten Rathaus eintragen.

„Ich habe stellvertretend für die Schwesternschaft des Deutschen Roten Kreuzes ins Kondolenzbuch geschrieben“, sagte Alina Wolbert dem GA. Als Bonn noch Hauptstadt war, habe er viel mit der Schwesternschaft zu tun gehabt. „Er hat sich ja auch stark für die Pflege eingesetzt.“

Auch Bonner Alfons Pieper trug sich in das Kondolenzbuch ein. „Ich habe Norbert Blüm in den 70ern kennen gelernt. Da wohnte er noch in Remagen“, erzählt Pieper, der von Beruf Journalist ist. Als Parlamentskorrespondent habe er Blüm ihn auf diversen Reisen begleitet. „Er war ein streitbarer und aufrechter Kämpfer für die soziale Gerechtigkeit und für Minderheiten. Er hat sich zurecht über die Parteigrenzen hinweg große Anerkennung erworben.“

Kondolenzbuch von der Bonner CDU initiiert

Das Kondolenzbuch wurde von der Bonner CDU initiiert. Henriette Reinsberg, Stadtverordnete der Südstadt, hat den am 23. April verstorbenen Blüm noch in besonderer Erinnerung. „Wir haben ihn immer wieder eingeladen. Er hat immer so aufmunternde Worte gesprochen“, erinnert sie sich zurück. Er sei ein Mensch gewesen, der sehr viel Kraft und Zuversicht ausgestrahlt habe. „Ich habe ihm vor wenigen Wochen noch geschrieben und wollte ihn aufmuntern. Da war er bereits gelähmt.“ Darauf habe er ihr geantwortet: „Ich habe mir vorgenommen, dass ich mich nur noch über das ärgere, was ich ändern kann.“

„Ich habe Blüm als redlichen und humorvollen Menschen in Erinnerung“, sagte Christian Steins, Stadtverordneter der CDU. Er habe nicht immer alles todernst genommen. Auch dass er immer auf die Menschen zugegangen sei, hebt Steins besonders hervor. „Und dass er noch selber zu den Flüchtlingslagern nach Griechenland geflogen ist. Das beeindruckt mich sehr.“ Damit habe er uns vor Augen geführt, dass auch wir eine Verantwortung gegenüber den Flüchtlingen haben.

Gunnar Gmilkowsky, Leiter des Arbeitskreises Europa, erzählte so begeistert und lebhaft von Blüm, als liegen seine Erlebnisse mit ihm nur wenige Tage zurück. „Er kam einmal zufällig auf dem Marktplatz vorbei als wir unseren Europatag veranstalteten. Ich fand das so genial, was der Mann für eine Show machte.“ Denn obwohl Blüm eigentlich gerade vom Einkaufen auf dem Heimweg gewesen sei, habe er sich eine Stunde Zeit genommen, um die Vorteile von Europa zu erklären. „Blüm war gerade für die Jungen die beste Werbung für Europa und die CDU.“

Viele bekannte Gesichter aus der Politik

Nach dem Gottesdienst in der Sankt-Elisabeth-Kirche in der Südstadt fuhr die Trauergemeinde zum Alten Friedhof, auf dem Blüm bestattet wurde. Auch bekannte Politiker wie der ehemalige Bundestagspräsident Nobert Lammert (CDU), Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und der stellvertretende Ministerpräsident Joachim Stamp (FDP) erwiesen dem ehemaligen Bundesarbeitsminister die letzte Ehre. Unter einem weinrotfarbenem Pavillon wurde der schwarze Sarg von Blüm ins Grab gelegt. Nach und nach verabschiedeten sich Verwandte und Freunde des Politikers.

Eva Hüttenhain, Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde und Förderer des alten Friedhofs in Bonn, war zuerst erstaunt darüber, dass Blüm auf dem Alten Friedhof beerdigt wird. „Normalerweise übernehmen die Bonner Patenschaften. Aber in diesem Falle finde ich es schon richtig. Er ist schon so lange Bonner Bürger und hatte Solidarität mit den Bonner Mitmenschen. Und dann fährt er auf die Insel Lesbos. Meine Hochachtung“, erzählt Hüttenhain. Das Grab liege sehr schön unter einer großen Kastanie. Da es sich um eine Sargbestattung handelt, müsse er deutlich von den Platanen entfernt bestattet werden.