1. Bonn
  2. Stadt Bonn

Bonner Aktion „Stop Sit Speak“: Orangefarbene Bank im Amtsgericht soll auf Gewalt an Frauen und Kindern aufmerksam machen

Bonner Aktion „Stop Sit Speak“ : Orangefarbene Bank im Amtsgericht soll auf Gewalt an Frauen und Kindern aufmerksam machen

Eine orangefarbene Bank steht nun auch im Foyer des Bonner Amts- und Landgerichts, um auf Gewalt gegen Frauen und Kinder aufmerksam zu machen. Daneben steht ein Weihnachtbaummit Wünschen von Bewohnerinnen des Bonner Frauenhauses.

Der Standort scheint klug gewählt: Im Foyer des Bonner Amts- und Landgerichts steht seit diesem Mittwoch eine orangefarbene Bank mit der Aufforderung „Stoppt Gewalt an Frauen und Kindern!“. Das auffällige Sitzmöbel ist Teil der Bonner Aktion „Stop Sit Speak“ (übersetzt: Stoppe, Sitze, Sprich), mit der die Gleichstellungsstelle der Stadt gemeinsam mit dem Evangelischen Forum Bonn, UN Women Deutschland sowie den Zonta Clubs die Bonner für das Thema Gewalt gegen Frauen und Kinder sensibilisieren möchte.

Amtsgerichtsdirektor Fabian Krapoth mit Elke Leis von der Gleichstellungsstelle der Stadt und der Gleichstellungsbeauftragten des Amtsgerichts Meike Dotz (hinten v.l.n.r.) sowie den Pressesprecherinnen Gerlind Keller und Saskia Wielpütz (vorne v.l.n.r.).
Amtsgerichtsdirektor Fabian Krapoth mit Elke Leis von der Gleichstellungsstelle der Stadt und der Gleichstellungsbeauftragten des Amtsgerichts Meike Dotz (hinten v.l.n.r.) sowie den Pressesprecherinnen Gerlind Keller und Saskia Wielpütz (vorne v.l.n.r.). Foto: Leif Kubik

Gebaut hat die Bank, wie viele andere gleiche, fleißige Schülerinnen des Carl Reuther Berufskollegs. Planung und Bau haben neun Monate gedauert.

„Wenn jemand betroffen ist, fällt ihm die Bank sofort auf“, sagte die Gleichstellungsbeauftragte des Amtsgerichts Meike Dotz bei der Vorstellung der Aktion. Und betroffen sind sicher einige der Besucherinnen, die Tag für Tag an der Bank neben der Info-Theke vorbeigehen. Allerdings setzen sich die Opfer häuslicher Gewalt häufig erst spät zur Wehr. Oft dauert es Monate oder Jahre, bis sie die Kraft oder die notwendige Unterstützung gefunden haben, um den Gang zur Polizei zu wagen.

Wer diese Hürde dann genommen hat, benötigt möglicherweise Unterstützung von Einrichtungen wie dem Bonner Frauenhaus. Und so kam man in der Verwaltung der Bonner Gerichte auf die Idee, die Aktion mit einem Wunschbaum zu kombinieren: Auf 24 Pappsternen haben Bewohnerinnen der Einrichtung ihre Wünsche notiert. Justizbedienstete und Besucher können sich nun ab heute einen Stern vom Weihnachtsbaum im Gerichtsfoyer nehmen und den jeweiligen Wunsch erfüllen.