Demonstration für den Frieden Ostermarsch am Flatterband in Bonn

Bonn · Mehrere hundert Menschen demonstrierten in Bonn unter dem Motto „Gerechten Frieden schaffen – weltweit solidarisch!“ für den Frieden. Das ausgefeilte Hygienekonzept funktionierte weitgehend.

 Für den Frieden auf die Straße: Der Ostermarsch legt zwischenzeitlich den Verkehr auf der Kennedybrücke Richtung Bonner Innenstadt lahm.

Für den Frieden auf die Straße: Der Ostermarsch legt zwischenzeitlich den Verkehr auf der Kennedybrücke Richtung Bonner Innenstadt lahm.

Foto: Stefan Knopp

Man überlegt sich in diesen Zeiten ja zweimal, ob man sich einer großen Menschenansammlung aussetzen möchte. Das merkten auch die Veranstalter des diesjährigen Ostermarsches von der offenen Mitsinggruppe „Hand-in-Hand“, allen voran Susanne Rohde und Bernhard Bergmann. „Viele haben sich dagegen entschieden mitzumachen, aus Angst vor einer Ansteckung“, sagte Rohde. Deshalb war sie sehr froh, dass sich am Samstag letztlich doch viele Teilnehmer am Beueler Rheinufer unter der Kennedybrücke einfanden, um sich einen Platz am Flatterband zu suchen.

 Für den Frieden auf die Straße: Der Ostermarsch legt zwischenzeitlich den Verkehr auf der Kennedybrücke Richtung Bonner Innenstadt lahm.

Für den Frieden auf die Straße: Der Ostermarsch legt zwischenzeitlich den Verkehr auf der Kennedybrücke Richtung Bonner Innenstadt lahm.

Foto: Stefan Knopp

Denn die Organisatoren hatten sich viel Arbeit gemacht. Etliche Meter rotweißes Absperrband hatten sie in regelmäßigen Abständen zu Schlaufen geknotet, und jeder Teilnehmer sollte sich an einer festhalten. Auf diese Weise sollte Abstand einhalten werden. Außerdem sollte man Masken tragen, während man in zwei Flatterbandreihen über die Kennedybrücke zur großen Kundgebung auf dem Münsterplatz marschierte. Rohde resümierte, dass das alles leidlich funktioniere.

Der Start war aber holprig, kurzzeitig stand die Demo vor der Auflösung. Der Grund: Unter den Demonstranten waren auch einige, die „Free Öcalan“-Fahnen mit Konterfei des PKK-Führers, die der Polizei bei aller Meinungsfreiheit ein Dorn im Auge waren. Auf Nachfrage erklärte die Bonner Polizei: „Das Zeigen von Fahnen im Zusammenhang mit der PKK muss erstmal überprüft werden.“ Denn die kurdische Arbeiterpartei ist in den EU-Staaten verboten. Nach Rücksprache mit dem Staatsschutz habe man die Fahnen aber zugelassen.

Demonstration für den Frieden: Ostermarsch am Flatterband in Bonn
Foto: Stefan Knopp

Die Polizei schätzte 350 Teilnehmer, Rohde sprach von rund 400. Mit dabei war Jan, der sich vorher über das Hygienekonzept informiert hatte. Das überzeugte ihn. „Ich finde es trotz der aktuellen Corona-Lage in Ordnung, sich für den Frieden einzusetzen, um bewusst zu machen, dass Konflikte auch vor einer Pandemie nicht Halt machen.“

Eine Ordnerin erklärte, sie engagiere sich, weil sie sich immer weiter eingeschränkt fühle. "Ich habe einfach Angst, dass die Demokratie flöten geht." Ja, es sei natürlich besser, momentan zu Hause zu bleiben, meinte Teilnehmer Holger. Aber es gehe ja auch darum, das Demonstrationsrecht wahrzunehmen. „Und es verteilt sich ja“, meinte er mit Blick auf die Flatterbandreihen. Nachbarin Ulrike kommentierte: „Im Bus sitzt man enger, im Zug auch.“

Ihr ging es bei der Demo um mehr Aufmerksamkeit für die Ursachen der Fluchtbewegungen aus Nordafrika nach Europa. „Die kommen ja nicht her, um Urlaub zu machen.“ Holger war mit einer Handtrommel ausgestattet und trommelte unter anderem gegen die Zunahme der Rüstungsexporte. „Da wurde letztes Jahr wieder ein neues Hoch erreicht.“

Lissa Thiel ging als Mitglied der „Omas gegen Rechts“ mit. „Bundesweit sind wir viele, in Bonn tut sich das noch ein bisschen schwer.“ Auch Opas dürften mitmachen. „Es müssen nicht immer die Jungen sein, die sich engagieren.“ Viele Baustellen auf der Welt – Konflikte, Flucht, Aufrüstung, Hunger und anderes – gingen gerade unter wegen Corona. Das Virus halte sie nicht ab. „Ich bin schon als junge Mutter bei den Ostermärschen mitgegangen“, erzählte sie. „Jetzt bin ich in Rente, habe Zeit und finde es auch ganz wichtig.“