Festival in der Rheinaue in Bonn Besucher kritisieren Zustände beim Panama Open Air

Update | Bonn · Auch am zweiten Tag des Panama Open Air in Bonn herrschte Partystimmung. Doch es gab Probleme mit den Toiletten, bei bargeldloser Zahlung und der Pfandrückgabe. Was die Veranstalter dazu sagen.

Panama Open Air 2023 in Bonn - Bilder von Samstag
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So war es am Samstag auf dem Panama Open Air

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Foto: Ingo Firley

„Don’t Stop Me, ’Cause I’m Having A Good Time” singt die Band Phine Knipp und heizt die Menschentraube vor der „Heatstage“ an. Mit den Händen in der Luft stimmen die Festivalgänger am Samstag textsicher in das Queen-Medley mit ein. Unisono hallt die Liedzeile „We Are The Champions“ über die Wiese. Der plötzliche Regenschauer macht den Feierlustigen wenig aus. Schnell werden kapuzenlose Jeansjacken und Plastiktüten als Regenschutz umfunktioniert. Weiter geht’s mit Stimmung und Musik.

Trotz wechselhaften Wetters herrscht auch am zweiten Tag des Panama Open Air in der Rheinaue Partystimmung. „Das Wetter ist schlecht, aber wenn man die richtigen Personen dabei hat, ist alles super“, sagt Nadja Werfel, die mit ihrem Freund und einigen Freunden das Festival besucht. Für die 24-jährige Henneferin ist es das erste Panama. Sie freut sich besonders auf Skrillex. Der US-amerikanische DJ ist für viele Festivalbesucher ein Highlight.

Panama Open Air in Bonn: Kritik am Festival

Doch trotz guter Stimmung gibt es auch viel Kritik am Festival. Für die 25.000 Besucher stehen zu wenige Toiletten zur Verfügung. Die Warteschlangen an den Kabinen verschwimmen zu einer großen Menschenmasse. Lisa Franke, die eine viereinhalbstündige Anreise aus Magdeburg hinter sich hat, bringt dafür wenig Verständnis auf. „Ich finde die Toilettensituation schlimm!“ An den Vip-Toiletten auf der anderen Seite des Geländes stehe alles frei, aber niemand dürfe rein, trotz des großen Andrangs an den öffentlichen.

Bonn: Panama Open Air 2023 in der Rheinaue​ - Bilder von Freitag
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Bilder vom Panama Open Air am Freitag

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Nach Angaben des Veranstalters liegt das Festival mit 362 frei zugänglichen Wassertoiletten über der gesetzlichen Vorgabe für Veranstaltungen dieser Größe. „Das hilft aber nichts, wenn sie nicht reibungslos funktionieren“, gesteht Geschäftsführer Sandro Heinemann zu. Es habe Probleme mit dem Wasserdruck gegeben. Die genaue Ursache sei noch unklar. Als Folge waren viele der Toiletten und freizugänglichen Wasserspender ab etwa 21 Uhr außer Betrieb. Nächstes Jahr will Heinemann die Zahl der Toiletten weiter erhöhen und auf mehrere Wasserleitungen setzen.

Amélie Hartmann berichtet außerdem von Problemen mit der EC-Kartenzahlung. Die Geräte haben keine Internetverbindung herstellen können, Barzahlung sei nicht möglich gewesen. „Dabei hätte es vom Personal her funktionieren können“, sagt sie ein. Das Problem ist nicht neu, sondern sorgte bereits im Vorjahr für Unmut unter Besuchern.

Laut Heinemann sollten zwei Partnerunternehmen ein stabiles Netz für die Veranstaltung garantieren. Trotzdem habe es etwa eine Stunde lang einen Komplettausfall gegeben. Der Veranstalter reagierte mit einem verzögerten Umstieg auf Barzahlung, allerdings funktionierte das bargeldlose Bezahlsystem etwa zeitgleich wieder. Für Heinemann ist klar: „Wir werden nächstes Jahr eine internetunabhängige Zahlungsvariante wählen.“

Panama Open Air in Bonn: Beschwerden zur Pfandrückgabe

Nach Festivalende müssen sich die Organisatoren des Panama Open Air besonders auf Instagram harten Kritiken der Besucher stellen. Auch Beschwerden zur Pfandrückgabe gibt es: Wegen fehlenden Bargelds sei das Pfand nicht ausgezahlt worden. Der Veranstalter weist die Kritik zurück. „Am Freitag war ganz am Ende das Kleingeld weg“, sagt Heinemann zwar. „Das waren aber nur etwa 30 Leute.“ Ihnen habe man stattdessen Coupons gegeben, um das Pfand am nächsten Tag auslösen zu können.

„Wir ärgern uns selbst am meisten, dass es Probleme gab“, versichert Heinemann. Unterm Strich zieht er aber ein positives Fazit: „Insgesamt war es ein sehr friedliches Festival mit internationalen Top-Acts, mit einem Megasound. Wir hatten keine massiven Probleme mit Anwohnerbeschwerden.“

Die Festivalgäste, die bereits am Vortag das Panama Open Air besucht hatten, waren von den meisten Acts angetan. Die Stimmung beim Set von SSIO, der für den US-Rapper Wiz Khalifa kurzfristig eingesprungen war, stach für manche allerdings negativ heraus. „Da waren die Leute schon etwas anders drauf“, berichtet Amélie Hartmann. Ansonsten sei es immer ein nettes Miteinander gewesen.

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