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Panama Open Air-Festival: Feiern in der Rheinaue ohne Maske und Abstand

Panama Open Air-Festival : Feiern in der Rheinaue ohne Maske und Abstand

In der Rheinaue findet eine kleinere Variante des Panama Open Air-Festivals an diesem Wochenende statt. Alle Besucher müssen geimpft, genesen oder getestet sein. Auch wenn es noch ungewohnt ist: die 5000 Besucherinnen und Besucher haben große Lust zu feiern.

Es sind Bilder und Momente, die sich am Freitagnachmittag auf der Kleinen Blumenwiese in der Rheinaue bieten, die man in der Form schon lange nicht mehr gesehen hat: Tanzende junge Menschen, die mit ihren Armen im Rhythmus der Beats der DJs wippen. Einige schließen die Augen, andere lachen über das ganze Gesicht – ihr Lachen ist erkennbar, weil sie keine Masken tragen müssen. Auch an die Abstandsregeln muss sich niemand auf dem Festivalgelände halten. Es wird sich umarmt, laut miteinander gesungen, man hakt sich gegenseitig ein und erkundet das weitläufige Festivalgelände.

Insgesamt 5000 Fans der elektronischen Musik sind an diesem Freitag in die Rheinaue gepilgert, um bis spät abends an drei verschiedenen Bühnen zu feiern. Möglich macht dies das Panama Open Air-Festival, das an diesem Wochenende mit einer „Surprise Edition“ von Rhein­Events veranstaltet wird. Alle Besucher müssen entweder geimpft, genesen oder einen PCR-Test vorgelegt haben. Polizei und Ordnungsamt sind mit vielen Kräften vor Ort und stellen sicher, dass alle Regeln eingehalten werden.

Panama Open Air-Festival ist komplett ausverkauft

Das Festival, das am Freitag und Samstag stattfindet und restlos ausverkauft ist, ist quasi die kleine Schwester vom Panama Open Air-Festival, das in gewohnter Form wieder im kommenden Jahr stattfinden soll – dann auch wieder mehrtägig und mit bis zu 25 000 Besuchern. Dass an diesem Wochenende in einem kleineren Rahmen nun doch gefeiert werden kann, macht die neue Corona-Schutz-Verordnung für Großveranstaltungen in Nordrhein-Westfalen möglich. Selbst die dunklen Wolken, ein kurzer Regenschauer und eine Unwetterwarnung vor starken Gewittern konnten der Feierstimmung vor Ort keinen Abbruch tun. Insgesamt sind an beiden Tagen 10 000 Besucherinnen und Besucher zugelassen – 5000 pro Tag.

„Es fühlt sich alles sehr normal an“

„Es fühlt sich alles sehr normal an“, sagt Veranstalter Sandro Heinemann mit einem zufriedenen Lächeln. Er ergänzt: „Es riecht ein wenig nach Rhein in Flammen.“ Denn zu dem großen Fest in der Rheinaue stellt sein Team im Mai stets eine große Bühne an gleicher Stelle auf.

Während die Bässe wummern, erklärt er, dass bei Panama meist die Bässe ein Problem darstellen. Während der Veranstaltung gibt es ständig Lärmmessungen. „Im Kulturgarten am Römerbad sind es die Stimmen der Sänger“, so Heinemann. Am Abend habe man die Bässe bereits einmal reguliert – alles sei im Rahmen.

Viele Hygiene-Vorkehrungen gegen Corona

Auch wenn die Stimmung ausgelassen ist und es so scheint, als wäre Corona längst vergessen, hat Veranstalter Heinemann viele zusätzliche Maßnahmen auf dem Gelände umgesetzt, um den Gästen einen sicheren Festivaltag zu gewährleisten. So gibt es Wassertoiletten, Kreuzurinale, Desinfektionsstationen, verkürzte Reinigungsintervalle und speziell geschultes Personal. Wobei der Hygiene-Standard beim Panama Open Air schon seit Jahren immer „sehr hoch“ sei, betonte er.

Für einige Besucher ist es dennoch ein komisches Gefühl jetzt wieder ohne Maske und Abstand feiern zu können. „Es ist ein ganz anderes Gefühl als vorher. Vergangene Woche war ich bei einem Festival in Frankfurt – da musste man eine Maske tragen“, so der 24-jährige Mark aus Herten. Er sei geimpft, aber „natürlich ist das kein 100-prozentiger Schutz“.

Ähnlich sah das die 28-jährige Laura aus Bonn. „Es ist schon sehr komisch gerade. Aber schön, dass es wieder ein Stück Normalität gibt. Das genießen wir nun hier gemeinsam“, sagte sie dem GA.

Es wird etwas für die Ohren und die Augen geboten

Am Freitag traten 16 Künstlerinnen und Künstler auf drei verschiedenen Bühnen auf. Auf der Mainstage waren die Headliner unter anderem Hidden Empire und Adam Beyer. Auf der Blumengarten-Bühne heizte der französische DJ Hugel und David Puentez den Besuchern ordentlich ein. An der beliebten Bretterbude-Bühne bewiesen unter anderem Klanglos und Pappenheimer den Bonnern, warum gerade sie von den Veranstaltern als Headliner für die Bühne gebucht wurden. Allerdings gab es für die Elektro-Fans nicht nur ordentlich etwas auf die Ohren, sondern auch einiges mit den Augen zu entdecken. Das Festival ist für seine opulente Deko bekannt. Am Samstag wird weiter gefeiert.