Vorübergehend freie Sicht auf den Bonner Hauptbahnhof Parkhaus an der Quantiusstraße ist abgerissen

Bonn · Der Abriss der Parkhauses an der Quantiusstraße ist im Zeitplan erfolgt. Der Tunnelzugang soll bis Ende Juni wieder möglich sein. Geplant ist ein neues Parkhaus, aber noch hat der künftige Betreiber keinen Bauantrag gestellt.

Neue Perspektive: Das Parkhaus in der Quantiusstraße ist weg. Der Neubau soll ab 2024 erfolgen.

Neue Perspektive: Das Parkhaus in der Quantiusstraße ist weg. Der Neubau soll ab 2024 erfolgen.

Foto: Benjamin Westhoff

Nun ist es nach Jahrzehnten einfach weg: Das Abrissunternehmen Hagedorn aus Gütersloh hat das Parkhaus am Hauptbahnhof in der Quantiusstraße in den vergangenen Wochen dem Erdboden gleichgemacht. Projektleiter Stefan Heuckmann: „Alles reibungslos verlaufen. Und das ist ja auch mal ganz schön“. Das Baufeld liegt an nicht unempfindlicher Stelle zwischen Quantiusstraße und dem Bahngleis 5 (S-Bahn nach Euskirchen), was in der ersten Woche zu einer Vollsperrung der Straße für motorisierte Verkehrsteilnehmer führte. Im Anschluss konnten die Bagger auf das Baufeld selbst fahren und von dort weiterarbeiten. In dieser Zeit war keine Vollsperrung mehr notwendig.

Abbruchvorhang war nicht einsetzbar

Ein wenig musste Heuckmann denn aber doch umdenken, als es an den Abriss der Mauer zum Bahngleis ging. Aus Platzgründen konnten die Bauarbeiter keinen schweren Abbruchvorhang einsetzen, um das Herabfallen von Steinen auf den Bahnsteig zu verhindern. „Stattdessen haben wir die Steine in das Baufeld hineingezogen, was gut funktioniert hat“, erklärte Heuckmann. Der Abriss erfolgte im Auftrag und auf Kosten des vormaligen Eigentümers, der GBI-Holding AG.

Die heutige Besitzerin, die B+B Parkhaus GmbH mit Sitz in Düsseldorf, plant an selber Stelle ein neues Parkhaus. Ihr Geschäftsführer Samuel Spaltner sagte, man sei noch mit den letzten Ausformulierungen des Bauantrags befasst. Das mehrstöckige neue Parkhaus sollte nach ursprünglichem Vorschlag von B+B für etwa 300 Auto- und ebenso viele Radstellplätze Platz bieten. Bonner Kommunalpolitiker äußerten allerdings den Wunsch, mehr Raum für Radfahrer zur Verfügung zu stellen. Nach bisherigem Stand will der Betreiber darauf eingehen, die Zahl der Autostellplätze auf etwa 250 reduzieren und so die Flächen für sichere Radabstellanlagen vergrößern. „Es gibt Überlegungen, sich beim Fahrradparken bei einem Bundesförderprojekt zu bewerben“, sagte Spaltner.

Kein direkter Zugang zu Bahnsteig 5

Es gab weitere Anmerkungen in den Reihen der Politik, die nach Absprachen zwischen Stadtverwaltung und künftigem Betreiber in den Bauantrag einfließen sollen. Dazu gehörten eine stärkere Bewirtschaftung des Gebäudes mit Fotovoltaik ebenso wie eine großflächigere Begrünung. Für einen direkten Zugang zum Bahnsteig 5 sei, so die künftige Betreiberin, sei ein zu großer Höhenunterschied zu überwinden, um ihn barrierefrei gestalten zu können. Das sehe auch die Behindertengemeinschaft so. Über einen Aufzug könnten körperlich Eingeschränkte über einen der Hauptbahnhof-Tunnel alle Bahnsteige barrierefrei erreichen.

Seit diesem Mittwoch ist auch der südliche Tunnel des Hauptbahnhofs von der Quantiusstraße aus wieder zugänglich. Dort sei, so Spaltner, die Verkehrssicherheit des Eingangs mittlerweile geprüft worden. Er hofft weiterhin, dass nach erfolgter Baugenehmigung der Beginn der Hocharbeiten im ersten Quartal 2024 erfolgen kann. Geplante Bauzeit: etwa ein Jahr.

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