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In der Rheinaue: Parkrestaurant muss modernisiert werden

In der Rheinaue : Parkrestaurant muss modernisiert werden

Defekter Aufzug in den Keller und ins Obergeschoss, marode Heizung, kaputte Fliesen und eine nicht funktionierende Lüftung - die Stadt muss das Parkrestaurant Rheinaue dringend modernisieren.

Wenn am Samstag Abertausende in die Rheinaue pilgern, um auf der Blumenwiese bei der "90er Open Air Party" zu feiern, steht auch Dirk Dötsch unter Strom. Der Pächter des Parkrestaurants ist zwar nicht Veranstalter der großen Sause – dafür aber dessen Vertragspartner und damit auch verantwortlich gegenüber der Stadt, falls es Probleme geben sollte. An zwölf Tagen im Jahr besitzt Dötsch das Alleinbewirtschaftungsrecht für die Rheinaue und ist damit eine Schlüsselfigur in Bonns prominentester Parkanlage.

Und das noch für mindestens vier Jahre, denn so lange läuft sein 2018 verlängerter Pachtvertrag mit der Kommune. Doch bis dahin wird die Stadt als Eigentümerin kräftig in das rund 40 Jahre alte Restaurant investieren müssen, das inzwischen zusammen mit der gesamten Rheinaue unter Denkmalschutz steht. Es ist in einem „sanierungsbedürftigen technischen und baulichen Zustand“, wie die Verwaltung in einer vertraulichen Ratsvorlage schreibt.

Dötsch, der das Haus seit 2008 betreibt, bestätigt das auf GA-Nachfrage. Defekter Aufzug in den Keller und ins Obergeschoss, marode Heizung, kaputte Fliesen, eine nicht funktionierende Lüftung. "Wir können den Betrieb zwar noch aufrechterhalten, stoßen dabei aber langsam an unsere Grenze", sagt der Gastronom. Er sei bereits in positiven Gesprächen mit der Stadt. Dötsch hofft, dass die Sanierung in Absprache mit dem Gebäudemanagement weitgehend bei laufendem Betrieb erfolgen kann. Bei der Erneuerung des Restaurantdachs vor einigen Jahren habe die Zusammenarbeit mit der Stadt reibungslos geklappt. Dötsch taxiert den Investitionsbedarf auf etwa zwei Millionen Euro. "Die Grundlagenermittlung läuft", erklärt Isabel Klotz vom Presseamt. "Wenn der gesamte Bedarf bekannt ist, kann über den Sanierungszeitraum entschieden werden."

Nur lobende Worte für die Stadt

Für die Stadt findet der Pächter nur lobende Worte. Vor allem Grünflächenamt und Liegenschaftsverwaltung erlebe er als sehr kooperativ. "Was die Rheinaue als Erholungsort betrifft, sitzen wir ja alle im selben Boot", betont Dötsch. Der gute Draht half ihm wohl auch, als er 2017 seine Option zur Vertragsverlängerung erst rund drei Monate nach Fristablauf gezogen hatte. Dass die Stadt damals trotzdem stillschweigend und mit dem Segen von Oberbürgermeister Ashok Sridharan zustimmte, provozierte später im Wirtschaftsausschuss kritische Nachfragen aus den Reihen der Ratsopposition.

Dötsch sei 2017 von der Klimakonferenz Cop 23 in der Rheinaue betroffen gewesen, heißt es in einer vertraulichen Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der Linksfraktion. Wenn es in einer "solch außergewöhnlichen Stresssituation zu Terminversäumnissen" komme, dürfe das nicht allein dem Pächter angelastet werden. Dötsch selbst spricht von einem "ganz regulären verwaltungsrechtlichen Vorgang". Zudem habe er rechtzeitig mündlich erklärt, dass er weitermachen wolle.

Das Restaurant allein sei allerdings nicht wirtschaftlich zu betreiben, so der Gastronom. Vertragsbestandteil sind deshalb weiterhin bis zu sieben Flohmärkte im Jahr, die Dötsch an einen Veranstalter vergibt. Dazu kommt das Alleinbewirtschaftungsrecht für jährlich zwölf Veranstaltungstage mit weiteren Partnern – etwa das Panama-Festival, die Bierbörse und Jeck im Sunnesching am 31. August. Rhein in Flammen und die KunstRasen-Konzerte gehören nicht dazu. "Wir haben noch nie die vollen zwölf Tage ausgenutzt", berichtet Dötsch. "Wenn Anfragen kommen, stimme ich mich mit der Stadt ab. Die Veranstaltungen müssen zum Park passen." Städtischen Unterlagen zufolge zahlte er 2017 rund 65.000 Euro Miete, zuzüglich 5400 Euro pro Flohmarkt. Die Miete wird alle drei Jahre nach Preisindex erhöht.

Auf seiner Terrasse sorgt Dötsch jedes Jahr mit zwei Konzertreihen (Sommerfestival und Jazz im Biergarten) für Unterhaltung. Er ist zudem Vorsitzender des Fördervereins Freizeitpark Rheinaue, der nach seinen Angaben rund 30 Mitglieder hat – vor allem Gastronomen und Veranstalter. Der Verein hat vor, neue Pflanzen für den Rosengarten zu bezahlen.