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Bonner Marienschule: Partnerschaft auf Augenhöhe

Bonner Marienschule : Partnerschaft auf Augenhöhe

Die Klasse 4/3a der katholischen Marienschule in der Altstadt freute sich jetzt über einen besonderen Gast: Der Gründer ihrer nigerianischen Partnerschule, Boniface Amu, besuchte die Kinder im Unterricht, um vom Leben und Lernen in der 48.000-Einwohner-Stadt Nsukka zu berichten.

Bei einem Elternabend des Grundschulverbundes Marienschule-Nordschule erzählte der Priester, wie vor 18 Jahren das Enyiduru-Projekt begann und dank der Unterstützung des gleichnamigen Vereins aus Bonn immer weiter wuchs. Mittlerweile betreibt das Enyiduru-Projekt einen Kindergarten und eine Schule mit 400 Kindern, die aus armen Verhältnissen stammen und ohne die Hilfe des Vereins keinen Zugang zu Bildung hätten, wie die stellvertretende Vorsitzende Birgitta Schneider erläuterte.

Über einen Artikel im General-Anzeiger vom 20. September 2013 suchte das Enyiduru-Projekt eine Partnerschule in Bonn - und fand sie in der Marienschule. Schulpflegschaftsvorsitzender Rüdiger Sweere sagte, es soll eine Partnerschaft auf Augenhöhe sein. "Wir wollen, dass die Kinder voneinander lernen."

Erste Schritte dazu haben die Kinder der Klasse von Konrektor Tobias Hillebrand bereits unternommen. Anfang des Jahres machten die Jungen und Mädchen viele Fotos von ihrer Schule und der Altstadt und schickten diese mit einem Fotoapparat nach Nsukka. Im Frühjahr erhielten die Bonner dafür selbstgemalte Bilder und später auch Fotos von den Grundschülern aus Nsukka. "Für die Kinder ist der Austausch sehr spannend, weil das Leben dort ganz anders ist", sagte Hillebrand.

Als Nächstes werden die Marienschüler reihum in eine Kladde schreiben, wie ihr Alltag in Bonn aussieht. Diese Berichte sollen mit nach Nigeria gehen, wenn Boniface Amu Ende November in sein Land zurückkehrt. Mit dabei hat er dann auch einen Karton mit Kugelschreibern für seine Schüler. Die hatte kurzerhand ein Marienschüler organisiert, als er vom Mangel an Schreibmaterial an der Schule in Nsukka hörte. Amu besuchte an der Marienschule den Unterricht in einigen Klassen und erzählte von der Schule in Nsukka. Die Lebensumstände der Kinder beschäftigten die Bonner Schüler noch Tage später, berichtete Lehrerin Jutta Rodermond. "Besonders beeindruckt hat meine Schüler, dass die Kinder dort alles dafür tun, um zu lernen." Viele nehmen jeden Tag einen Weg von zwei Stunden auf sich, um zur Schule zu gelangen.

Weitere Informationen auf www.enyiduru.de und www.grundschulverbund-marienschule-nordschule.de