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Kliniken in Bonn: Petruskrankenhaus soll erweitert werden

Kliniken in Bonn : Petruskrankenhaus soll erweitert werden

Das Gemeinschaftskrankenhaus in der Bonner Südstadt trägt sich mit großen Plänen: Das 1996 aus der Fusion des Elisabeth- und des Petrus-Krankenhauses hervorgegangene Klinikum soll jetzt auch räumlich unter einem Dach am Bonner Talweg vereint und der Standort des Elisabeth-Krankenhauses an der Prinz-Albert-Straße aufgegeben werden.

Der Beschluss der Gesellschafter für das Projekt, das zwischen 40 und 50 Millionen Euro kosten soll, wird voraussichtlich im Februar gefasst, teilten Krankenhausoberer Christoph Bremekamp und der Ärztliche Direktor Jochen Textor mit.

Wenn die letzten Hürden aus dem Weg geräumt sind, könnten schon im nächsten Jahr die Bauarbeiten starten: Auftakt wird Bremekamp zufolge der Umbau des fünften Geschosses des Petrus-Krankenhauses sein, in dem sich heute die Cafeteria befindet. Die Etage soll in eine Krankenstation umgewandelt werden, um sozusagen als Pufferstation während der weiteren Bauarbeiten auf dem Gelände zu dienen.

In einem nächsten Schritt soll, so Textor, unterhalb des heutigen Parkplatzes mit 40 Plätzen eine Tiefgarage mit 120 Stellplätzen gebaut werden. Die Zufahrt erfolgt über den Bonner Talweg.

Anschließend soll auf dem Areal ein Neubau errichtet werden, um die Baulücke zum Verwaltungstrakt des Krankenhauses an der Ecke Bonner Talweg/Poppelsdorfer Allee zu schließen. Die Gebäudeflügel im hinteren Teil sowie in Richtung Reuterstraße werden mit Anbauten verbreitert. Für die Planung hatte die Krankenhausführung Anfang des Jahres einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben.

Den Zuschlag erhielt das auf Krankenhausbauten spezialisierte Münchner Büro Nickl und Partner, das auch für die Planung des Eltern-Kind-Zentrums der Unikliniken auf dem Venusberg verantwortlich zeichnet.

An der Bettenzahl ändert sich nichts

Es bleibe insgesamt bei maximal 479 Betten. Davon sind heute 200 im Elisabeth-Krankenhaus. Die Zahl der OP-Säle soll von neun auf zehn erhöht werden.

Für die Umsetzung der Planung ist Stadtsprecherin Monika Hörig zufolge eine Änderung des Bebauungsplans erforderlich. Das Krankenhaus habe als Vorhabenträger dazu bereits einen Antrag gestellt. "Das Vorhaben befindet sich in der Verwaltungsabstimmung", sagte die Stadtsprecherin gestern auf die Frage zum aktuellen Stand des Verfahrens.

"Das Projekt ist aus medizinischen und finanziellen Gründen sinnvoll", betonte Textor, "wir versprechen uns enorme Synergieeffekte". Die Gesellschafter - die Barmherzigen Brüder Trier (BBT-Gruppe), die Marienhauskliniken GmbH der Franziskanerinnen zu Waldbreitbach und die Johannisstiftung Bonn - sähen die "Sinnhaftigkeit" dieser Pläne ebenso .

Es gehe in den Gesprächen jetzt noch um die Finanzierung des Bauvorhabens, erläuterte Klaus Szesik, Kaufmännischer Direktor des Gemeinschaftskrankenhauses. Anders als noch vor einigen Jahren, als die Zusammenlegung der beiden traditionsreichen Innenstadt-Krankenhäuser an einen Standort schon einmal zur Diskussion stand, sei die Verwirklichung der aktuellen Pläne jetzt aufgrund der niedrigen Zinslage wohl keine Zukunftsmusik mehr, sind sich Bremekamp, Textor und Szesik einig.

Seniorenwohnungen im Elisabeth-Krankenhaus?

Alle drei legen Wert auf die Feststellung, dass mit der Zusammenlegung des Standortes die Ära des Elisabeth-Krankenhauses nicht endet - im Unterschied zum einstigen Johannes-Hospital, das 2002 als dritter Partner zum Gemeinschaftskrankenhaus stieß, 2006 jedoch endgültig geschlossen und zum Gesundheitszentrum umgebaut wurde.

Was indes mit den Gebäuden des 1907 in der damaligen Marienstraße (heute Prinz-Albert-Straße) gegründeten Elisabeth-Krankenhauses geschehen wird, können sie zurzeit nicht sagen. "Es ist noch nichts entschieden", sagte Textor. Möglicherweise könnten die Gebäude für Seniorenwohnungen genutzt werden, eventuell würden sie auch abgerissen und durch Neubauten ersetzt.