Fernsehsender Phoenix aus Bonn Öffentlich-rechtlicher TV-Sender meldet Probleme für geplanten Umzug

Bonn · Lieferengpässe und Probleme, Baufirmen zu finden. Der Sender Phoenix wird voraussichtlich erst im Frühjahr 2025 in den ehemaligen Schürmannbau einziehen, in dem bereits eine andere große Sendeanstalt ihren Sitz hat.

 Das Foto zeigt den Innenraum der Senderegie von Phoenix am bisherigen Standort im Bundesviertel.

Das Foto zeigt den Innenraum der Senderegie von Phoenix am bisherigen Standort im Bundesviertel.

Foto: Benjamin Westhoff

Probleme, mit denen seit der Pandemie und dem Ausbruch des Ukrainekriegs Hobbyheimwerker und Häuslebauer kämpfen, haben jetzt auch den Sender Phoenix erreicht: Der Umzug des öffentlich-rechtlichen Ereignis- und Dokumentationssenders innerhalb Bonns verzögert sich um mehrere Monate.

Ursprünglich war geplant, dass Phoenix während der politischen Sommerpause von seinem derzeitigen Standort im Bonn Bundesviertel (Langer Grabenweg) in einen Trakt des früheren Schürmann-Baus, in dem die Deutsche Welle ihren Sitz hat, zieht. Jetzt rechnet der Sender damit, dass der Sendebetrieb erst im April 2025 vom neuen Standort aus starten wird.

Handwerker und Material schwer zu bekommen

Die Verzögerung resultiere laut Phoenix im Wesentlichen aus zwei Faktoren. So seien Baufirmen „nicht in dem Maße verfügbar“ gewesen, wie es für den Umbau notwendig gewesen wäre. Zum anderen habe es Lieferprobleme beim Material gegeben.

An der neuen Adresse im Schürmannbau soll Phoenix zu einer „multimedialen Politik-Plattform“ ausgebaut werden. Dort soll ein Gebäudetrakt für Studio, Redaktion und Verwaltung genutzt werden. In direkter Nähe zum Post Tower und dem UN-Campus werden dann täglich Teams aus den Bereichen Planung, Aktualität sowie Dokumentationen bereichsübergreifend arbeiten und Beiträge für die verschiedenen Ausspielwege produzieren.

„Eine wesentliche Veränderung wird das bereichsübergreifende Arbeiten an einem Desk mit notwendiger neuer Technik. Dadurch werden wir als Anbieter für politische Ereignisse, Gespräche und Dokumentationen unsere Inhalte schneller und zielgerichteter über die verschiedenen Ausspielwegen verbreiten können“, erläutert Programmgeschäftsführerin Eva Lindenau auf GA-Anfrage. Die Journalistin und Juristin vertritt den Sender in der öffentlich-rechtlichen Programmfamilie von ARD und ZDF. Aktuell stehen vor allem Reportagen rund um die Europawahl sowie Beiträge zum Jubiläum des Grundgesetzes auf dem Programm.

Seit 1997 auf Sendung

Am 7. April 1997 ging der gemeinsame Ereignis- und Dokumentationskanal von ARD und ZDF an den Start. Damit wurde eine Idee der damaligen Intendanten Fritz Pleitgen (WDR) und Dieter Stolte (ZDF) umgesetzt, die ein Fernsehformat für die Verbindung von Live-Berichterstattung, Gesprächen und Dokumentationen schaffen wollten. Phoenix hatte nach eigenen Angaben in diesem Jahr insgesamt 93,5 Stellen für festangestellte Mitarbeiter. Hinzu kämen noch freie Mitarbeiter.

Der Sender verfügt über einen Jahresetat von 37 Millionen Euro und kam 2023 auf einen TV-Marktanteil von 0,8 Prozent. „Der ist aufgrund der SD-Abschaltung leicht zurückgegangen. Gleichzeitig steigen die Abrufe in den digitalen Verbreitungswegen kontinuierlich – vor allem im ARD/ZDF-Streamingnetzwerk“, betont eine Sprecherin. Die SD-Übertragung per Satellit wird zugunsten der höherauflösenden HD-Technik ersetzt.

Momentan sendet Phoenix aus dem ehemaligen ZDF-Hauptstadtstudio in Bonn. Der WDR ist Eigentümer dieser Immobilie. Er will das Gebäude nach dem Auszug des Senders vermarkten. „Der Verkaufsprozess wird zeitlich dem Leerzug des Gebäudes angepasst“, teilt ein WDR-Sprecher mit.

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