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Kanalarbeiten in Kessenich: Plötzlich war die Zufahrt dicht

Kanalarbeiten in Kessenich : Plötzlich war die Zufahrt dicht

Wegen der Kanalbaustelle in der Burbacher Straße in Kessenich kann ein Garagenhof mit 20 Garagen nicht mehr angefahren werden. Günther Baden, Eigentümer des Garagenhofs, ist stinksauer auf die Stadt Bonn.

Baden, der mit seiner Frau Ute das Hotel Europa betreibt, ärgert sich, weil er erst vorigen Donnerstag und das auch nur per Zufall, wie er sagt, von der Sperrung ab Montag Kenntnis erhalten habe.

Drei Wochen lang, so habe die Baufirma ihm mitgeteilt, müsse die Zufahrt gesperrt bleiben. „Das wird doch vermutlich wieder viel länger dauern“, glaubt Baden. „Das ist mal wieder typisch Stadt Bonn, dass wir Bürger nicht rechtzeitig informiert werden.“ Quasi auf den letzten Drücker musste er seinen Mietern Bescheid geben. Diejenigen, die ihre Autos in den Garagen geparkt hätten, konnten aber alle noch rechtzeitig herausfahren.

Von der Sperrung erfahren hat er dank Dieter Blum, der eine der Garagen als Lagerraum gemietet hat. „Ich habe mich mit den Bauarbeitern über die Kanalbaustelle unterhalten“, sagt Blum, „die haben mir dann erzählt, dass die Einfahrt ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr passierbar sein wird.“ Daraufhin habe er die Firma gebeten, dem Eigentümer doch umgehend Bescheid zu geben.

Auch Blum ärgert sich, erst so spät davon erfahren zu haben. „In meiner Garage haben wir die Möbel meines Sohnes untergestellt. Der will zum 1. September eine Wohnung in Bonn beziehen.“ Das müsse er nun voraussichtlich verschieben. Blum glaubt ebenfalls nicht daran, dass die Sperrung in drei Wochen wieder aufgehoben sein wird.

„Ich überlege deshalb, der Stadt Bonn die Kosten für eine alternative Unterbringung meines Sohnes in Rechnung zu stellen“, kündigt er an. Und auch die 52 Euro Miete, der er Baden für die Garage monatlich zahlt, will er von der Stadt wiederhaben. Die Stadt Bonn ist sich dagegen keiner Schuld bewusst. „Dass Zufahrten nicht genutzt werden können, ist bei einer derart umfangreichen Kanalbaumaßnahme in einer vergleichsweise engen Straße nicht vermeidbar“, sagt Stefanie Zießnitz vom Presseamt dem GA auf Anfrage.

Grundsätzlich würden Anlieger, Anwohner und Eigentümer durch Bürgerbriefe und Pressemitteilungen informiert. „Die Information durch die Baufirma erfolgt dann kurz bevor die Nutzung tatsächlich nicht mehr möglich ist. Die Baufirma ist angewiesen und auch bestrebt, alles zu tun, um den Anliegern die Umstände, soweit dies möglich ist, zu erleichtern“, sagt Zießnitz. Bei zahlreichen Höfen und Garagen habe dies bislang auch funktioniert.

Baden bestätigt, den Bürgerbrief im Januar erhalten zu haben. „Darin steht nichts von einer Sperrung der Garagenzufahrt“, sagt er. Seither habe er von der Stadt nichts mehr gehört. Ein Bauarbeiter habe ihm gesagt, die Firma sei eigentlich nicht zuständig, die Anwohner zu informieren. Das sei Sache der Stadt. Zießnitz erklärt dagegen, die Baufirma habe dem Tiefbauamt gegenüber bestätigt, die Anlieger informiert zu haben. „Das ist auch gängige Praxis.“