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Poliklinik in Bonn: Verhandlungen stocken - Diskussion um Kaufpreis

Knackpunkt Kaufpreis : Verhandlungen um ehemalige Bonner Poliklinik stocken

Auf dem ehemaligen Poliklinik-Areal in Bonn soll Wohnraum geschaffen werden. Doch bei den Verhandlungen um den Kauf des Grundstücks in der Innenstadt gibt es immer noch keine Einigung.

Die Verhandlungen um den Kauf des Grundstücks der ehemaligen Poliklinik an der Wilhelmstraße durch die städtische Wohnbaugesellschaft Vebowag sind ins Stocken geraten. Geschäftsführer Michael Kleine-Hartlage sagte auf Nachfrage: „Die Gespräche wurden bei Ausbruch der Corona-Krise ausgesetzt. Ein Folgetermin steht aus.“ Beim Kaufpreis lägen beide Seiten „weit auseinander“. Er sagte: „In der Ausschreibung hat der BLB beispielsweise nicht erwähnt, dass eine Stadtmauer unter dem Gelände liegt, was ich nicht in Ordnung finde.“

Die Vebowag führt die Verhandlungen mit dem Eigentümer, dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB). Der BLB ließ eine GA-Anfrage zum Thema bisher unbeantwortet. Das Immobilienunternehmen des Landes will sich von Liegenschaften trennen, die leer stehen, seit das Bonner Universitätsklinikum (UKB) 2012 ausgezogen ist.

Vor einigen  Jahren hatte die Kommunalpolitik den Bau von Sozialwohnungen nahe der Innenstadt befürwortet. 2018 war im Planungsausschuss von 160 neuen Wohnungen die Rede. Bei einigen Anwohnern stieß die Überlegung, zu 100 Prozent geförderten Wohnraum zu errichten, allerdings auf wenig Gegenliebe.  Kleine-Hartlage zufolge ist derzeit nicht klar, wie viele Wohnungen tatsächlich entstehen könnten. In erster Linie aber wolle die Vebowag Wohnraum errichten, auch eine Kita würde noch dem kommunalen Auftrag gerecht.

Zwar hat die Stadt ein Vorkaufsrecht an der Wilhelmstraße, zuvor aber  kann die Uniklinik selbst einen Bedarf anmelden. Das tat der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Holzgreve zur Überraschung vieler Mitte 2018, nachdem bereits kontrovers geführte Bürgerveranstaltungen zum Für und Wider der Pläne stattgefunden hatten. Er argumentierte, das UKB benötige die Immobilie zur Unterbringung von Personal mit schmalerem Einkommen.

Sodann kündigte Bonns Sozialdezernentin Carolin Krause an, die Stadt wolle die Wohnungen bauen und sie an Bedienstete des UKB per Belegungsrechten vergeben. Annette Standop, Ratsfrau der Grünen, hofft, dass, sollte es zum umstrittenen Bau von Vebowag-Wohnungen am Melbbad kommen, die Stadt Teile der Wohnungen an der Wilhelmstraße auch an andere Bürger als UKB-Mitarbeiter vergeben könnte. Holzgreve sagte, das UKB wolle das Areal an der Wilhelmstraße nicht selbst nutzen, auch nicht mit Büros. Auf die Frage, warum das UKB nicht beispielsweise Wohnungen im ehemaligen Uni-Gästehaus Ippendorf hat bauen lassen, teilte er mit: „Das Gelände des Uni-Gästehauses in Ippendorf ist nicht im wirtschaftlichen Eigentum des UKB.“