Stillgelegte Trasse in Dransdorf Polizei hebt illegale Cannabis-Plantage aus

Bonn · Eine illegale Cannabis-Plantage haben Beamte des Bonner Drogenkommissariats (KK 33) am Dienstagnachmittag auf der stillgelegten Trasse der Häfen- und Güterverkehr Köln AG (HGK) an der Justus-von-Liebig-Straße ausgehoben. In Blumenkübeln auf den Gleisbohlen und eingegraben in den Basaltschotter fanden die Beamten insgesamt 25 Pflanzen.

 Die Beamten fanden die Cannabis-Pflanzen u.a. in Blumenkübeln.

Die Beamten fanden die Cannabis-Pflanzen u.a. in Blumenkübeln.

Foto: Martin Ochmann

Vor Ort stellten die Polizisten außerdem eine Schaufel sowie eine Gießkanne sicher, außerdem einen Karton, in dem sich eine leere Tüte Blumenerden befand. Die Werkzeuge und das Klebeband am Karton sollen nach Spuren des Täters untersucht werden.

„Von der Größenordnung her ist das hier eher etwas für den Privatgebrauch“, so einer der Beamten. Trotzdem, die Menge sei nicht unerheblich. „Bei idealen Wetterbedingungen, so wie sie jetzt herrschen, kann man bis zu drei Mal im Jahr ernten, die Samen entwickeln sich schnell und gut.“

Die Pflanzen standen in der prallen Sonne auf heißen Steinen, der Besitzer der Pflanzen muss also regelmäßig zum Gießen vorbeikommen. Die Polizisten entschieden sich trotzdem dagegen, sich vor Ort auf die Lauer zu legen. „Selbst wenn wir dann jemanden hier antreffen ist es sehr schwer, demjenigen etwas nachzuweisen“, so die Polizisten.

Die Beamten werden jetzt die Blätter von den Stängeln abstreifen. Danach wird von den getrockneten Blättern der Tetrahydrocannabinol (THC)-Gehalt ermittelt. So bestimmen die Drogenfahnder, ob es sich um eine geringe oder nicht geringe Menge handelt.

„Die Pflanze ist längst nicht mehr so harmlos, wie viele behaupten, der THC-Gehalt ist durch Gentechnik erhöht worden, man wird schneller süchtig“, so einer der Beamten. Mehrmals im Jahr finden die Polizisten nach eigenen Angaben derartige Anlagen, vor nicht allzu langer Zeit im Siebengebirge.

„Das hat in den letzten Jahren extrem zugenommen“. Neben Anlagen unter freiem Himmel, so wie die am Dienstag ausgehobene, gebe es auch ausgeklügelte Indoor-Anlagen. Dort würden die Cannabispflanzen Tag und Nacht unter Neonröhren stehen, da sie sehr viel Licht benötigen. Da sie außerdem stark und charakteristisch riechen, laufen rund um die Uhr Belüftungsanlagen.

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