Einbruchserie in Meckenheim Polizei schnappt Täter - Schmuck aus der Swist geborgen

MECKENHEIM · Schmuck, Uhren, Handys, Schlüssel, Handtaschen, Marken-Kleidung: Das sichergestellte mutmaßliche Diebesgut zeigt, dass vor den Einbrechern kein Wertgegenstand sicher war. Sie ließen bei ihren Beutezügen durch Meckenheim, Swisttal und die Grafschaft alles mitgehen.

Über mehrere Monate war die Bande in wechselnder Täterschaft unterwegs und brach in Häuser und Wohnungen sowie in Geschäfte ein. Jetzt konnte die Bonner Polizei mehrere Tatverdächtige überführen.

"Uns ist erneut ein Schlag gegen die Einbruchskriminalität gelungen. Dank wertvoller Hinweise aus der Bevölkerung und intensiver Ermittlungsarbeit konnten wir die Serie von Einbrüchen klären", sagte die Leiterin der Direktion Kriminalität, Leitende Kriminaldirektorin Gerlinde Hewer-Brösch, am Freitag bei einem Pressetermin im Bonner Polizeipräsidium. Die Ermittlungsgruppe "Meckenheim" unter Leitung von Kriminaloberkommissar Mark Patrick Lück kam in enger Abstimmung mit der Bonner Staatsanwaltschaft mehreren tatverdächtigen jungen Männern auf die Spur.

Die Serie begann am 12. September 2013 mit einem Einbruch in ein Einfamilienhaus in Meckenheim. Die Täter stahlen einen Autoschlüssel und das dazugehörige Auto, das vor dem Haus geparkt war. Der Kleinwagen wurde später wieder in Meckenheim gefunden. Die Ermittler stießen auf die Spur eines 22 Jahre alten Tatverdächtigen, durch den sie auf weitere Verdächtige aufmerksam wurden.

Einbruchserie in Meckenheim aufgeklärt
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Einbruchserie in Meckenheim aufgeklärt

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[kein Linktext vorhanden]Nach einem Einbruch einige Wochen später in ein Meckenheimer Sportgeschäft führten die Ermittlungen erneut zu dem 22-Jährigen und mehreren Mitverdächtigen. Zeugen hatten den Einbruch beobachtet und die Polizei alarmiert. Das wiederum hatten Komplizen bemerkt. Diese vermutlich sieben Männer stürzten sich daraufhin auf die Zeugen, um dem Dieb die Flucht zu ermöglichen. Sie verpassten den Zeugen Schläge, Fußtritte und Faustschläge. Ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung wurde eingeleitet.

"Wir haben sehr intensiv, mühevoll und teilweise auch verdeckt ermittelt. Als sich schließlich der Verdacht gegen sechs Männer erhärtete, erwirkte die Bonner Staatsanwaltschaft Durchsuchungsbeschlüsse beim Amtsgericht Bonn", schilderte Lück. Am frühen Morgen des 17. Dezember durchsuchten Kriminalbeamte, Zivilfahnder, die Bonner Einsatzhundertschaft und Beamte mit Diensthunden Wohnungen und Treffpunkte.

"Unsere Ermittlungen ergaben, dass zwei Verdächtige und ein Familienangehöriger versuchten, eine prall gefüllte Tüte zu entsorgen", sagte Lück. Nachdem sie Schmuck, Briefmarken- und Münzalben in die Swist gekippt hatten, nahmen Spezialkräfte die Männer fest. Sie wurden später bis auf einen Tatverdächtigen wieder freigelassen, da keine Haftgründe vorlagen.

Nach derzeitigem Stand habe die Bande zwischen Januar 2012 und Dezember 2013 Einbrüche in Meckenheim, Swisttal und der Grafschaft begangen. "Derzeit prüfen wir in 80 Einbruchsfällen, ob die Tatverdächtigen ebenfalls beteiligt waren", so Lück.

Schmuck aus der Swist geborgen

Nachdem die mutmaßlichen Täter ihre Beute beiseite schaffen wollten und sie deshalb in der Swist versenkten (siehe obigen Bericht), bargen angeforderte Taucher der Polizei Köln Schmuck und mehrere Alben mit Briefmarken und Münzen aus dem hüfthohen Wasser.

Einen Teil dieser und anderer während der Ermittlungen sichergestellten Gegenstände konnte die Polizei Geschädigten zuordnen, weitere Sachen konnten hingegen noch nicht den jeweiligen Einbrüchen zugerechnet werden. Es handelt sich dabei um Schmuckstücke, Kleidung, Schuhe, ein Fernglas, einen Beamer, ein Laptop und Schlüssel.

Darunter ist auch eine markante gelbe leere Box einer Breitling-Uhr. Die Fotos von dem mutmaßlichen Diebesgut sind auf der Homepage der Polizei abgebildet unter www.bonn.polizei.nrw.de. Die Kriminalpolizei bittet um Mithilfe und fragt: Wem gehören die dort gezeigten Gegenstände? Wo wurden diese möglicherweise entwendet? Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat 34 der Bonner Polizei unter der Telefonnummer 0228/15-0 entgegen.

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