Polizei stoppt Demonstrationszug Störungen und Rauch bei der Maidemo in Bonn

Bonn · Eine Gruppe von Demonstranten hat sich beim Zug durch die Bonner Innenstadt nicht an die Auflagen gehalten. Die Polizei forderte Verstärkung an und der Versammlungsleiter der DGB-Kundgebung sprach deutliche Worte.

Mai-Kundgebung auf dem Bonner Markt: DGB-Chef Bernd Weede spricht mit dem Einsatzleiter der Polizei.

Mai-Kundgebung auf dem Bonner Markt: DGB-Chef Bernd Weede spricht mit dem Einsatzleiter der Polizei.

Foto: Bettina Köhl

Die Polizei hat am Mittwoch die Maidemonstration in Bonn kurzzeitig gestoppt, weil sich eine Gruppe nicht an die Absprachen gehalten hat. Auf Höhe der Heerstraße zündeten Demonstranten einen Rauchtopf an. Außerdem waren einige mit Masken vermummt und hatten Transparente zusammengeknotet. Solch eine Abtrennung ist aus Sicherheitsgründen nicht zulässig. Stefan Scharfenstein, Erster Polizeihauptkommissar und zuständiger Einsatzleiter der Polizei, informierte Versammlungsleiter Bernd Weede, der an der Spitze des Zuges noch nichts bemerkt hatte. Laut dem DGB-Chef waren es Demonstranten aus dem „antikapitalistischen Block“, die er zur Ordnung rufen musste.

Einsatzleiter Scharfenstein forderte unterdessen über die Polizei-Leitstelle Verstärkung an für den Fall, dass die Gruppe vom Demons­trationszug ausgeschlossen wird. Die Bonner Bereitschaftspolizei bezog mit mehreren Mannschaftswagen abwartend Stellung an der Stockenstraße, musste aber nicht eingreifen.

Mit etwas Verspätung konnte die abschließende Kundgebung am Mittag auf dem Marktplatz beginnen. Weede verzichtete auf seine vorbereitete Eröffnungsrede und fand klare Worte: „Die Gewerkschaften stehen voll hinter dem Existenzrecht des Staates Israel. Wir sind auch keine antikapitalistische Veranstaltung, weil wir hier nicht den Umsturz planen.“ Der DGB-Vorsitzende forderte die Zwischenrufer auf: „Wer unsere Kundgebung stören will, kann den Platz verlassen.“

Zum Tag der Arbeit hatte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Bonn/Rhein-Sieg zur Mai-Kundgebung auf dem Markt aufgerufen, neben den Gewerkschaften hatten auch Parteien und Initiativen ihre Stände aufgebaut. Es versammelten sich rund 500 Besucherinnen und Besucher, darunter auch einzelne Personen mit Plakatbotschaften, die mit dem Tag der Arbeit nichts zu tun hatten.

Weede ging in seiner Rede nicht nur auf Arbeitsthemen ein, sondern betonte auch die Sicherheit, „die uns dieser Staat und unser Grundgesetz bieten. Das werden wir verteidigen müssen gegen Angriffe von jeder Seite.“ Oberbürgermeisterin Katja Dörner, die bereits am Vorabend einen Empfang im Alten Rathaus ausgerichtet hatte, sagte bei der Kundgebung: „Die Gewerkschaften sind Säulen der Demokratie. Wir ziehen an einem Strang.“ Astrid Krämer von Verdi sprang für den erkrankten Hauptredner ein und schlug einen großen Bogen über aktuelle Themen, von Jugendlichen ohne Ausbildung bis zur Situation in der Pflege.

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