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Geplantes Beethoven-Festspielhaus: Post begrüßt den Beschluss

Geplantes Beethoven-Festspielhaus : Post begrüßt den Beschluss

Mit Erleichterung haben die Festspielhaus-Akteure auf den Grundsatzbeschluss des Rates vom Montagabend reagiert, für das Projekt ein städtisches Gelände südlich der Beethovenhalle zur Verfügung zu stellen.

"Wir freuen uns über die Entscheidung", erklärte Christof Ehrhart, Kommunikationsdirektor des Hauptsponsors Deutsche Post DHL. "Damit können wir nun, wie geplant, umgehend das angekündigte Architektenauswahlverfahren starten." Noch im Juli sollen die zehn Büros loslegen, im Oktober die beiden Siegerentwürfe feststehen.

Für die Beethoventaler-Genossenschaft begrüßten der Aufsichtsratsvorsitzende Fritz Dreesen und Vorstandsmitglied Wolfgang Clement den Ratsbeschluss als Zukunftsentscheidung, die für Bonns wirtschaftliche Entwicklung wichtig sei.

Beide riefen die Unternehmen auch in der Region auf, "jetzt ihrerseits einen konkreten Beitrag für dieses Zukunftsprojekt zu leisten". Stephan Eisel, Vorsitzender der Bürger für Beethoven, stufte die Ratsentscheidung mit den Stimmen von CDU, SPD, FDP und Bürger Bund Bonn als "wichtigen Durchbruch" für das Projekt ein.

Monika Wulf-Mathies, Vorsitzende der Festspielhausfreunde, erklärte: "Wir hoffen, dass das Eis jetzt nach über vier Jahren endgültig gebrochen ist." Bis Frühjahr 2015 sei nun Zeit, die Finanzierung für Bau und Betrieb des Festspielhauses "auf sichere Füße zu stellen". Das gehört auch zu den Bedingungen, die der Rat an die Bereitstellung des 6700 Quadratmeter großen Grundstücks geknüpft hat.

Die Post schätzt die reinen Baukosten für das Konzerthaus auf rund 70 Millionen Euro und stellt dafür 30 Millionen Euro in Aussicht. Irritationen gab es am späten Montagabend im Rat über die Frage, ob der Konzern notfalls die vorbereitenden Maßnahmen auf dem Baufeld mitfinanzieren würde.

Das habe die Stadtverwaltung in einer Besprechung mit den Fraktionen so dargestellt, berichtete Jürgen Repschläger von der Linkspartei in der Sitzung: Wenn der auf 4,39 Millionen Euro gedeckelte Beitrag der Stadt nicht ausreiche, werde der Konzern einspringen, habe Dezernent Wolfgang Fuchs gesagt. "Wieso steht das jetzt nicht in der Beschlussvorlage?", wollte Repschläger wissen.

Fuchs entgegnete, die Grundstückskosten seien relativ zuverlässig ermittelt worden. Falls doch Mehrausgaben anfallen sollten, werde man darüber mit der Post reden. Positive Signale vom Projektbeauftragten des Konzerns, Heiner Küpper, habe es bereits gegeben - aber eben noch keine Zusage des Postvorstands.

Der Konzern kommentierte das am Dienstag auf GA-Anfrage nicht. In Unternehmenskreisen war aber zu hören, dass die Grundstückskosten erst dann seriös diskutiert werden könnten, wenn der Architektenwettbewerb gelaufen sei.

Die Neigung beim Großsponsor, zusätzliche Ausgaben zu übernehmen, scheint aber eher gering zu sein. Zumal die Post laut Stadtverwaltung sowieso schon 1,1 Millionen Euro für die Ver- und Entsorgungsleitungen auf dem Baugrundstück sowie für die Zuwegung aufbringen soll.

Die Kostenaufstellung der Stadt Bonn

Nach Angaben der Stadtverwaltung werden die baureife Übergabe des Grundstücks und Umfeldarbeiten bis zu 8,45 Millionen Euro kosten. Die Stadt will ihren Anteil auf 4,39 Millionen Euro deckeln, für den Rest Fördermittel beantragen. Die einzelnen Posten:

  • Erwerb des Studentenwohnheims am Erzbergerufer: 1,2 Millionen Euro
  • Verlegung von Versorgungsleitungen unter der Theaterstraße und Umbau der Gasübernahmestation: zwei Millionen Euro, abhängig davon, ob mit dem Siegerentwurf die Theaterstraße überbaut würde
  • Abriss Wohnheim und Bunker: 2,4 Millionen Euro
  • Bauflächennivellierung mit Verfüllung der Theaterstraße sowie Herrichtung der Außenanlagen: geschätzte Kosten von bis zu 2,7 Millionen Euro, abhängig vom Architektenentwurf
  • Sicherung möglicher Bodendenkmale: 150.000 Euro