Männer aus Charter Bonn angeklagt Prozess gegen Hells Angels startet am Mittwoch

Bonn · Neun Mitglieder der Motorrad-Gang müssen sich vor dem Landgericht Koblenz verantworten. Es geht um Körperverletzung, Erpressung und Geiselnahme - und die Machtkämpfe mit anderen Motorradclubs.

2010 stand ein Mitglied des Clubs in Koblenz vor Gericht, weil er bei einer Razzia einen Polizisten erschossen hatte. In letzter Instanz wurde der Mann freigesprochen - die Richter erkannten auf Notwehr.

2010 stand ein Mitglied des Clubs in Koblenz vor Gericht, weil er bei einer Razzia einen Polizisten erschossen hatte. In letzter Instanz wurde der Mann freigesprochen - die Richter erkannten auf Notwehr.

Foto: picture alliance / dpa

Die Staatsanwaltschaft wirft den neun Männern im Alter zwischen 35 und 59 Jahren die Bildung einer kriminellen Vereinigung vor. Bisher ist es der deutschen Justiz nur selten gelungen, diesen Vorwurf gegen Rockerbanden vor Gericht zu beweisen. "Aber wir bewerten die Hells Angels Bonn wegen ihrer Straftaten und ihrer hierarchischen Struktur auf jeden Fall als kriminelle Vereinigung", sagte der Koblenzer Oberstaatsanwalt Rolf Wissen vor kurzem in einem Gespräch mit dem GA.

Das Charter - so heißen die Regionalgruppen der Hells Angels - hat sein Hauptquartier im idyllischen Unterelsaff bei Neustadt/Wied. Die Ankläger werfen den Rockern, die zum großen Teil in Bonn und Umgebung wohnen, unter anderem Körperverletzung, Nötigung, räuberische Erpressung und Geiselnahme im "Großraum Bonn", im Westerwald und dem nördlichen Rheinland-Pfalz vor. Betroffen war laut Anklage vor allem Mitglieder konkurrierender Motorradclubs - zum Beispiel der "Outlaws Ahrweiler". In einem Fall sei das Opfer lebensgefährlich am Kopf verletzt worden. Für den Prozess sind 13 Verhandlungstage angesetzt.

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