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Pützchens Markt: Stadt Bonn schafft Alternative - Fahrgeschäfte in der Stadt

Angebote in der Stadt und am Rhein : Stadt Bonn schafft Alternative zu Pützchens Markt

Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Stadt Bonn Pützchens Markt in diesem Jahr abgesagt. Einzelne Fahr- und Spielgeschäfte sowie Buden in der Stadt soll es trotzdem geben - bereits zeitnah.

Pützchens Markt kann in diesem Herbst nicht stattfinden, auf Fahrgeschäfte sowie Süßigkeitenstände müssen die Bonner in diesem Jahr jedoch trotzdem nicht verzichten. Nachdem die Stadt Bonn wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie alle Volksfeste sowie größere Kultur- und Sportevents absagen musste, genehmigt sie jetzt bis zum Ende der NRW-Sommerferien (Dienstag, 11. August) „Kirmesangebote auf Abstand“ in der Bonner Innenstadt und am Beueler Rheinufer. Das bestätigte am Dienstag Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan auf GA-Nachfrage.

„Wir verfolgen mit dieser Entscheidung vor allem zwei Ziele. Erstens wollen wir den vielen kleinen Schausteller-Unternehmen eine Einnahmemöglichkeit anbieten. Zweitens möchten wir den Menschen in der Region die Möglichkeit bieten, etwas Kirmes-Atmosphäre schnuppern zu können“, erklärte Sridharan.

Wegen der Absage des 653. Pützchens Markt (11. bis 15. September) und der vielen kleinen Kirmesveranstaltungen in den Stadtbezirken hätten die Schaustellerbetriebe in Bonn und der Region noch keine Chance gehabt, in diesem Kalenderjahr Umsätze zu generieren. Anderen Branchen und Vereinen hätte die Stadt Bonn bereits durch Hilfsmaßnahme Unterstützung zu kommen lassen. Jetzt wolle man den Schaustellern helfern.

Der OB und Beuels Bezirksbürgermeister Guido Déus hatten in den vergangenen Wochen Schaustellervertreter und Mitarbeiter der zuständigen Fachabteilungen der Stadtverwaltung zu zwei Gesprächsrunden eingeladen, um auszuloten, welche Veranstaltungsformen in Corona-Zeiten genehmigungsfähig sind. „Dabei sind wir uns einig geworden, dass Kirmesangebote nur dann zulässig sind, wenn der Abstand zwischen den einzelnen Ständen groß genug ist, um Menschenansammlungen zu vermeiden“, so der OB. Um ein langwieriges Ausschreibungsverfahren zu vermeiden und somit Zeit zu sparen, wird die Stadt einen Vertrag mit der Bonner Veranstaltungs-Arbeitsgemeinschaft (Arge) abschließen. Die Arge wird dann die „Kirmes mit Abstand“ umsetzen. Bonns Bezirksbürgermeisterin Brigitta Poppe-Reiners war während der Beratungsphase in das Projekt eingebunden.

Schausteller Peter Barth, der mit seinem Kollegen August Kipp die Arge leitet, zeigte sich am Dienstag von der Entscheidung der Stadt angetan: „Ich freue mich für unseren Berufsstand sehr über diese Aussage. Beratend haben wir an den Gesprächen teilgenommen, aber dass die Entscheidung jetzt gefallen ist, haben wir erst durch den Anruf des General-Anzeigers erfahren.“ Die Schausteller wollen umgehend mit der Planung beginnen. Bei einem Treffen der Arge-Mitglieder sollen in Absprache mit dem städtischen Marktamt die Standplätze vergeben werden. Voraussichtlich ab Mittwoch, 8. Juli, wird es auf dem Münsterplatz ein Kinderkarussell und auf dem Friedensplatz einen Süßwarenstand geben. Spätestens ab Mittwoch, 15. Juli, sollen dann die Fahr- und Spielgeschäfte am rechten Rheinufer im Abschnitt zwischen China-Schiff und dem Biergarten Blauer Affe stehen. Auch über eine Einbeziehung des linken Rheinufers zwischen Kennedybrücke und Bundesrechnungshof denken die Schausteller auf Wunsch des OB nach. Die Einzelheiten zur Genehmigung der erforderlichen Sondernutzungen und zum Hygienekonzept werden derzeit mit dem Schaustellerverband abgestimmt. „Wenn das Angebot gut angenommen wird, ist eine Verlängerung in den September hinein nicht ausgeschlossen“, betonte Stadtsprecherin Monika Hörig.

Beuels Bezirksbürgermeister Guido Déus sagte dem GA: „Ich bin froh, dass die Gespräche zu so einem guten Ergebnis geführt haben. Gerade für die kleinen Schaustellerbetriebe ist das ein Hoffnungsschimmer, aber auch die Bürger können endlich wieder Kirmesluft schnuppern.“  Gefragt, ob die Stadt derzeit die Durchführung einer kleineren Version von Pützchens Markt plane, antwortete der OB: „Zu diesen Spekulationen möchte ich mich nicht äußern. Wir sind mit den Schaustellern im Gespräch, welche weiteren Maßnahmen helfen können und sinnvoll sind. Das kann aber durchaus erst 2021 um Tragen kommen.“