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Querdenker in Bonn: Zwei neue Demos geplant - Autokorso durch die Stadt

Kundgebung und Autokorso : Querdenker planen neue Demos in Bonn

Für Mittwoch sind zwei neue Demos der Querdenker in Bonn geplant - eine davon soll auch als Autokorso stattfinden. Der Bonner Superintendent Dietmar Pistorius rief dazu auf, den Dialog mit den Kritikern der Corona-Maßnahmen zu suchen.

Der Bonner Ableger der Querdenker-Bewegung plant für Mittwoch zwei Demonstrationen. Die erste soll von 11 bis 13 Uhr auf der Plattform vor dem Stadthaus stattfinden. Erwartet werden dort laut Anmeldung etwa 30 Personen. Die zweite ist als Autokorso angemeldet, der mit etwa 100 Teilnehmern ab 18 Uhr über den Innenstadtring rollen soll. Die Polizei hatte die Demonstrationen am Vormittag noch nicht bestätigt, wie ein Sprecher im Bonner Präsidium mitteilte. Eine Entscheidung der Stadt als Ordnungsbehörde stand zu diesem Zeitpunkt noch aus. Die Privatpersonen, die beide Veranstaltungen angemeldet haben, nennen die „dritte Änderung des Infektionsschutzgesetzes“ als Thema.

Am Samstag hatten die Organisatoren der sogenannten „Corona-Info-Tour“, die bundesweit unterwegs sind, eine gerichtlich verbotene Kundgebung auf dem Bonner Markt abgehalten. Viele der Teilnehmer, laut Polizei rund 450, trugen keine Masken und hielten keinen Abstand. Gegen die beiden Anmelder der untersagten Kundgebung will die Stadt Bonn ein Zwangsgeld von jeweils 20.000 Euro festsetzen.

Als Reaktion auf die jüngsten „Querdenken“-Proteste hat der Bonner Superintendent Dietmar Pistorius die Leitungsgremien seiner Gemeinden dazu aufgerufen, den Dialog mit den Kritikern der Corona-Maßnahmen zu suchen. „Helfen Sie auf diesem Wege mit, zu verhindern, dass der begonnenen Eskalationsspirale durch immer mehr Menschen, die sich der 'Querdenker'-Bewegung unreflektiert anschließen, weitere Energie zuwächst“, schrieb er in einem am Dienstag veröffentlichten Brief.

Die illegale Kundgebung auf dem Markt stellt für Pistorius eine „gezielte Aggression gegen die Verfasstheit unseres Staates“ dar. Angesichts dessen gebe es offenbar nur „wenig Möglichkeiten, hier noch deeskalierend ins Gespräch zu kommen“, betonte der Superintendent.

Die Zahl der Corona-Skeptiker nimmt zu, wie Pistorius beobachtet. „Das geht quer durch Altersgruppen, durch politische und soziale Milieus. Ich bin selber überrascht, von wem ich plötzlich mit Verschwörungstheorien konfrontiert werde, die unterstellen, 'der Staat' würde Corona missbrauchen, um die totale Herrschaft über die Bevölkerung zu erreichen.“ Gleichzeitig nehme er bei Menschen, die sich an Maskenpflicht und Abstand halten, eine „zunehmende Aggressivität wahr“, schrieb der Superintendent.