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Ranking von Travelcircus: So gut schneidet Bonn als Touristen-Stadt ab

Ranking als Touristen-Stadt : Bonn bietet teure Hotels und günstiges Eis

Wo ist der Andrang am größten, wo das Eis günstig und wo gibt es am meisten zu sehen? Der Reiseanbieter Travelcircus wollte wissen, in welche deutsche Stadt sich eine Reise lohnt. Bonn schneidet dabei in manchen Kategorien besonders gut, in manchen aber auch besonders schlecht ab.

Der Reiseanbieter Travelcircus hat die 20 größten deutschen Städte (nach Einwohnerzahl) bezüglich ihres Preis-Leistungs-Verhältnisses genauer unter die Lupe genommen. Dabei werden verschiedene Kategorien bewertet: die Touristenzahl pro Einwohner, Preise für öffentliche Verkehrsmittel und für Übernachtungen, der Preis für eine Kugel Eis oder einen Aperol-Spritz, die Anzahl der Sehenswürdigkeiten und der Badeseen in der Nähe und die Beliebtheit der Städte auf Instagram.

Bonn kann dabei nicht immer glänzen: Im Vergleich der Übernachtungspreise stellt sich Bonn als besonders teuer heraus. Der Reiseanbieter nahm den Vergleich anhand der durchschnittlichen Kosten für ein Doppelzimmer im 4-Sterne-Hotel inklusive Frühstück vom 27. bis 29. August 2021 vor. Dabei landet Bonn noch hinter Köln und Düsseldorf auf Platz 17 und ist mit 198 Euro für das Doppelzimmer für zwei Nächte wesentlich teurer als die Städte auf den ersten Plätzen: Frankfurt am Main liegt mit einem Preis von 134 Euro auf Platz 1, Essen mit 136 Euro auf Platz 2.

Bei den Preisen für die öffentlichen Verkehrsmittel schneidet die Bundesstadt im Ranking von Travelcircus am schlechtesten unter allen untersuchten 20 Städten ab. Der Reiseanbieter macht die Bewertung für diese Kategorie jedoch am Ticketpreis für den öffentlichen Nahverkehr für zwei Personen und Tage im Verhältnis zur Stadtgröße in Quadratkilometer abhänfig. Die Teilung des Preises durch die Größe der Stadt in Quadratkilometern verzerrt das Bild des Rankings allerdings. Schaut man sich nämlich die Preise für zwei Tickets an zwei Tagen ohne die Quadratkilometer an, so landet Bonn mit einem Ticketpreis von 26,80 Euro eher im Mittelfeld. Schon über 30 Euro zahlt man nämlich  in Berlin, Hamburg oder Hannover und am teuersten ist dann München mit 45 Euro. Nichtsdestotrotz sind die Ticketpreise in Bonn im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich teuerVerglichen wurden vom Vergleichsportal Testbericht.de die 39 größten Städte Deutschlands mit über 200.000 Einwohnern. In allen fünf Kategorien (Preise für einfache Fahrten, Kurzstrecken, Tageskarten, Monatskarten sowie ermäßigte Tickets für Kinder und Schüler) liegt Bonn auf den letzten Plätzen und zählt damit zu den Städten, in denen die höchsten Ticketpreise erhoben werden.

Doch wenn es um Eis und Cocktails geht, macht Bonn die schlechte Platzierung bei den öffentlichen Verkehrsmitteln und Übernachtungen wieder wett: Im Vergleich der Preise landet Bonn immerhin auf Platz 6, mit 1,23 Euro für eine Eiskugel. In dieser Kategorie muss sich München mit 2,10 Euro pro Eiskugel mit dem letzten Platz begnügen. Am günstigsten ist das Eis in Bielefeld und Essen. Hier zahlt man 1,03 Euro und 1,10 Euro die Kugel. Und auch ein Aperol-Spritz ist in Bonn wesentlich günstiger als in Frankfurt am Main oder München. Dort geht das Getränk für rund 7,80 Euro über den Tresen. In Bonn zahlt man hingegen nur 5,53 Euro – damit landet die Bundesstadt auf Platz 3 im Ranking. Angeführt wird die Liste von Duisburg und Wuppertal.

 Im Vergleich der Preise landet Bonn immerhin auf Platz sechs, mit 1,23 Euro für eine Eiskugel.
Im Vergleich der Preise landet Bonn immerhin auf Platz sechs, mit 1,23 Euro für eine Eiskugel. Foto: Ingo Firley

Die beste Platzierung aber erhält Bonn beim Blick auf die Badeseen. Der Reiseanbieter nimmt hier die Anzahl der Badeseen im Umkreis von zehn Kilometern zum Vergleich. Mit insgesamt 19 Badeseen im Umkreis landet Bonn auf Platz 2, hinter Duisburg mit 22 Seen. In den übrigen Kategorien belegt Bonn meist das Mittelfeld. Etwa bei der Anzahl pro Touristen pro Einwohner: In der Bundesstadt kommen hochgerechnet  289 Touristen pro 100 Einwohner im Jahr zusammen. Besonders groß ist das Gedränge in Frankfurt am Main, wo es 822 Touristen pro 100 Einwohner sind. Die Stadt Köln belegt in der Kategorie Platz 13, mit 350 Touristen pro 100 Einwohner. Auf Platz 1 landet Duisburg, das gerade mal 59 Touristen pro 100  Einwohner im Jahr zählt.

Um die Dichte der Sehenswürdigkeiten der Städte zu bewerten, vergleicht Travelcircus die Anzahl der Sehenswürdigkeiten pro Quadratkilometer in den Städten. Die höchste Dichte gibt es demnach in Münster, gefolgt von München und Frankfurt am Main. Bonn schafft es mit 0,241 Sehenswürdigkeiten pro Quadratkilometer auf Platz 14. Platz 9 gibt es für Bonn im Vergleich der Natur- und Parkanlagen der Städte. Beim Vergleich der Anzahl an Natur und Parks pro Quadratkilometer liegt Düsseldorf ganz vorne. Auf Platz 20 liegt Dortmund. Zu guter Letzt schaut der Reiseanbieter auch auf die Popularität der Städte auf Instagram. Bonn landet bei der Anzahl der Instagram-Beiträgen auf Platz 13. Die Städte Berlin, Hamburg und München landen auf den ersten drei Plätzen. Allerdings bleibt in diesem Ranking fragwürdig, wie aussagekräftig die Zahl der Instagram-Beiträge für den Tourismus einer Stadt ist. So ist nicht nachzuvollziehen, wie sich die Instagram-Hashtags einer Stadt zusammensetzen: Wie viele Beiträge von Touristen kommen und wie viele von Bürgern der Stadt oder anderen nicht-touristischen Quellen, ist unklar.

 Platz neun gibt es für Bonn im Vergleich der Natur- und Parkanlagen der Städte.
Platz neun gibt es für Bonn im Vergleich der Natur- und Parkanlagen der Städte. Foto: Walter Sprenz

Der Reiseanbieter hat in jeder Kategorie anhand der einzelnen Berechnungen den Städten eine Bewertung zugeteilt. Rechnet man alle Bewertungen aus allen Kategorien für die jeweiligen Städte zusammen, so tun sich Duisburg und Wuppertal als Sieger der Rankings hervor. Bonn belegt den neunten Platz unter den 20 größten Städten Deutschlands.