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Cityring in Bonn: Rathausgasse für Radler bald keine Einbahnstraße mehr

Cityring in Bonn : Rathausgasse für Radler bald keine Einbahnstraße mehr

Die Stadt kündigt einen Probelauf über die Fritz-Tillmann-Straße in der zweiten Jahreshälfte an. Auch soll probeweise eine Radspur in der Rathausgasse in entgegengesetzter Fahrtrichtung eingerichtet werden.

Wenn die Stadt Bonn voraussichtlich ab der zweiten Jahreshälfte eine neue, erweiterte Führung des City-Rings über die Fritz-Tillmann-Straße in Richtung Kaiserstraße testet, soll auf jeden Fall auch probeweise eine Radspur in der Rathausgasse in entgegengesetzter Fahrtrichtung eingerichtet werden. Dafür spricht sich innerhalb der Jamaika-Koalition neben den Grünen jetzt auch die FDP aus. Die CDU sieht diese Variante eher skeptisch und plädiert für einen Radweg in Richtung Rheinufer hinter der Universität entlang des Regina-Pacis-Wegs.

Der FDP geht es vor allem darum, dass die Stadtverwaltung mehr Tempo in dieses Verkehrsprojekt bringt, sagte Fraktionschef Werner Hümmrich. „Es geht uns an vielen Stellen in der Stadt vieles zu langsam. Bonn braucht aber Tempo.“ Angesichts der wachsenden Verkehrsprobleme müssten die im Zuge von Lead City versprochenen Verbesserungen für Radfahrer Priorität haben. „Man kann doch nicht nur immer darüber reden, sondern wir müssen auch Zeichen setzen.“

Wenn der City-Ring über Adenauerallee und Fritz-Tillmann-Straße erweitert werde und die Rathausgasse in Richtung Hauptbahnhof nur noch für Busse, Anliegerverkehre sowie den Autos aus der Marktgarage zu befahren sei, bestünden durchaus gute Chancen, dass ein Radweg in umgekehrte Richtung funktionieren könne und damit ein durchgehender Radweg aus Poppelsdorf in Richtung Rheinufer möglich werde. ADFC und VCD unterstützen diese Idee, weil sie den Radlern mehr Möglichkeiten geben würde. Wie die Grünen und die FDP sind die beiden Organisationen der Auffassung, dass die Innenstadt durch eine weitere Verkehrsberuhigung an Attraktivität gewinnen kann.

Für Hümmrich steht allerdings fest: Das Ganze steht und fällt mit dem Linksabbieger am Belderberg zum Bertha-von-Suttner-Platz, den die Stadt seit einigen Monaten testet und der sich nach Auffassung des Liberalen bewährt hat. Hümmrich: „Der muss bei einer Erweiterung des City-Rings bleiben, damit die aus Süden kommenden Autofahrer weiterhin die Parkhäuser gut erreichen können.“

Die CDU kann sich dagegen mit der Radwegvariante über die Rathausgasse nicht anfreunden. „Auf jeden Fall muss auch der Radweg entlang des Regina-Pacis-Wegs geprüft werden“, so Ratsherr Georg Fenninger. Wann die probeweise Erweiterung des City-Rings eingeführt wird, steht nicht genau fest. „Wir lassen gerade von einem externen Gutachter die Ergebnisse einer Verkehrszählung auswerten“, sagte Stadtbaurat Helmut Wiesner dem GA. Die Frage sei, welche zusätzlichen verkehrslenkenden Maßnahmen während des Probelaufs notwendig werden, um ein Verkehrschaos zu vermeiden. Wiesner rechnet damit, dass die Auswertung vor der Sommerpause vorliegen wird und der Testlauf in der zweiten Jahreshälfte starten kann. Ob die Radweg-Varianten parallel geprüft werden können, sei noch nicht entschieden. „Darüber wird zu reden sein.“ Schon jetzt wagt Wiesner die Prognose, dass der Linksabbieger Belderberg wohl dauerhaft bleiben kann. „Entgegen früherer Prognosen funktioniert er bisher ganz gut.“