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Hauptbahnhof Bonn: Ratskoalition doch für Abriss des Parkhauses

Hauptbahnhof Bonn : Ratskoalition doch für Abriss des Parkhauses

Ein Investor will an der Quantiusstraße als Ersatz für das DB-Parkhaus ein Hotel mit Tiefgarage bauen. CDU und FDP waren zunächst dagegen, nun scheint sich das Blatt zu wenden.

Sinneswandel beim Thema Parkhaus hinter dem Bonner Hauptbahnhof an der Quantiusstraße: Die Planungsexperten der Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP können sich jetzt doch vorstellen, den Plänen des potenziellen Investors zuzustimmen, der das Parkhaus abreißen und an seiner Stelle ein Hotel errichten will.

Als diese Planung vor Wochen bekannt wurde, entbrannte zunächst ein Sturm der Entrüstung. Vor allem CDU und FDP machten deutlich, dass sie dem Wegfall von 150 Parkplätzen im Bahnhofsumfeld auf keinen Fall zustimmen würden. Schließlich fallen ab Herbst auch 280 Parkplätze vor dem Hauptbahnhof weg, wenn die Bauarbeiten für das Projekt Urban Soul starten. Sie sollen erst später durch ein neues Parkhaus mit 300 Stellplätzen an der Rabinstraße ersetzt werden.

Die Ratskoalition kündigte deshalb an, eine Veränderungssperre für das Areal an der Quantiusstraße zu verhängen. Im Planungsausschuss teilte die Verwaltung indes mit, dies sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht nötig, da für das Grundstück noch keine Bauvoranfrage vorliege. Offenbar aufgeschreckt von dieser Debatte hat der potenzielle Investor die Flucht nach vorne ergriffen und kürzlich sein Konzept Vertretern der Jamaika-Koalition vorgestellt.

Kategorie des Hotelssteht noch nicht fest

Bei dem Investor handelt es sich um die GBI AG aus Erlangen, die Immobilienprojekte hauptsächlich in den Bereichen Hotel- und Wohnungsbau entwickelt. Die GBI, die derzeit noch in Verhandlung mit der Deutschen Bahn (DB) als Eigentümerin des Grundstücks steht, will das marode Parkhaus an der Quantiusstraße abreißen, so ihr Projektleiter Clemens Jung auf GA-Nachfrage. Allerdings sollen die 150 Parkplätze durch den Bau einer öffentlichen Tiefgarage ersetzt werden. Oberirdisch soll ein Hotel entstehen. „Die Kategorie steht aber noch nicht fest“, sagte Jung. Zudem bietet die GBI an, eine Möglichkeit für Carsharing zu schaffen.

„Das hört sich für uns schon ganz anders an“, sagte Hartwig Lohmeyer, planungspolitischer Sprecher der Grünen. „Auch wenn das erst einmal nur grobe Überlegungen sind.“ Die Planungsexpertin der CDU, Henriette Reinsberg, geht noch einen Schritt weiter: „Dieser Planung kann ich zustimmen“, sagte sie, „die finde ich richtig gut.“ Allerdings müsse sie das zunächst in ihrer Fraktion zur Diskussion stellen. Ins gleiche Horn stößt Werner Hümmrich (FDP). „Für uns ist die Hauptsache, die Bahn wird ihrer Verantwortung für den ruhenden Verkehr am Bahnhof gerecht. Das wäre mit dieser Planung gewährleistet.“ Projektleiter Jung ist froh, dass „es uns gelungen ist, gemeinsam mit der Ratsmehrheit einen gangbaren Weg für das Areal aufzuzeigen“. Die GBI wolle nun eine Bauvoranfrage starten.

Fahrradstation soll insneue Studentenwohnheim

Von der Bahn war am Dienstag keine Stellungnahme zu erhalten. Vor einigen Wochen hatte die Bahn auf eine Anfrage des GA zu dem Parkhaus-Areal lediglich erklärt, ein „Nutzungskonzept und einen Realisierungshorizont“ gebe es noch nicht. Mit dem Abriss des maroden und für heutige Verhältnisse viel zu engen Parkhauses sei auch frühestens im ersten Quartal 2018 zu rechnen. Dann soll die derzeit im Erdgeschoss untergebrachte Radstation in das Studentenwohnheim einziehen, das zurzeit einige Meter weiter südlich errichtet wird.